Begonnen hat alles mit der Aufmerksamkeit von Herrn Saueressig, der vor einigen Jahren frisch für uns zuständig wurde als Mitarbeiter des Hildesheimer Amtes für Bau- und Kunstpflege: „Sind eigentlich schon mal die Risse und Mauer-Ausbuchtungen am Turm untersucht?“  Die Frage löste bei mir und dem ganzen KV ungläubiges Staunen aus: Diese dicken Mauern sollten nicht mehr stabil sein?? Aber es war tatsächlich so – und zwar derart dramatisch, dass in mir bis dahin nicht bekannten Tempo Gelder bewilligt wurden von unserer Landeskirche (570.000,-€!) und dazu gab’s einen Zuschuss von 50.000,- € aus GLL-Mitteln.

Als wir uns im Kirchenvorstand in den Beratungen darauf eingestellt hatten, beschlossen wir mutig: „Dann machen wir jetzt aber auch ganze Arbeit, dann muss die Kirche nun auch endlich innen renoviert werden! Manche Kosten können wir so sparen! Wir vertrauen bei der Finanzierung auf die Oldendorfer Bürger!“

Und wir haben wirklich ganz schnell großen Anklang gefunden: Der Oldendorfer Ortsrat und der Verein für Grenzbeziehung und Heimatpflege, unser „Vereins-Dachverband“, hoben mit uns eine Spendenaktion aus der Taufe unter dem Motto „Oldendorf zieht an einem Strang“.

Die bewegte viele Mitbürger, auch solche Oldendorfer und Ahrenfelder, die der evangelischen Kirche ferner stehen, ebenso mehrere weitere Vereine und etliche Unternehmen. Wir haben lange überlegt, ob wir sie alle mit Namen nennen sollten – 157 Privatpersonen oder Familien waren es bisher – dazu die Vereine, Firmen, Banken, das wären noch mal 19.

Aber wir haben uns dagegen entschieden, weil manch anderer immer wieder kleinere und größere Beträge in die Kollekte oder in unsere Spardosen gegeben hat – diese anonymen Spender würden dann fehlen, obwohl es für sie vielleicht ein vergleichbar tiefer Griff ins Portemonnaie war.

Oder wie benennt man die Arbeit jener Jugendlichen in der Jugendwerkstatt, die uns die Bänke gestrichen haben? Oder die Männer und Frauen, die handwerklich aktiv waren und uns durch Eigenleistungen halfen? Es bliebe bestimmt unvollständig.

Wir werden eine Tafel anbringen, mit der wir an diese Leistung erinnern. Denn es bleibt eine großartige Erfahrung der Solidarität (und ich hoffe natürlich, die setzt sich fort, bis wirklich alles bezahlt ist…)

27 Firmen wurden beauftragt, sie haben Hand in Hand gearbeitet.

Am eindrucksvollsten für Laien war vermutlich, was die Gerüstbauer und Dachdecker leisteten: Wer schwindelfrei war, konnte mit ihnen weite Ausblicke genießen.

Dann nenne ich die Glockenbauer, die unseren „Schatz“ restaurierten, die Bienenkorbglocke aus dem 12. Jahrhundert, eins der wenigen erhaltenen Exemplare.

Und für die weniger auffälligen Tätigkeiten nenne ich den Gebäudereiniger, der rund 10 Tonnen Schutt und Unmengen Taubenkot vom Dachboden holte:

Es war mit allen eine angenehme Zusammenarbeit!

Am umstrittensten bleibt bislang natürlich, was die Maurer auftragsgemäß taten: Unseren Turm zu verputzen! Das brachte einen empörten Aufschrei mit, der noch nicht verstummt ist. Aber hier ging und geht es nicht um eine Geschmacksfrage, sondern um dauerhaften Schutz des Mauerwerks.

Was wir so leicht übersehen, gleich, ob wir schnell zusammenfassen oder den Verlauf genau verfolgen: Es ist nichts Ernsthaftes passiert, kein Unfall in diesen Tausenden von Arbeitsstunden! Dafür sage ich ausdrücklich „Gott sei Dank!“

Nun strahlt die Nikolai-Kirche wieder – wie zuletzt vor fast 50 Jahren. Wann wird uns das wieder normal erscheinen? Wie jetzt schon der Uhrschlag oder das Geläut nach der notwendigen Pause? Warten wir es ab.

Mein Wunsch aber ist: Dass wir unsere Kirche auch nutzen!

Dass St. Nikolai nicht nur das Orts-Wahrzeichen bleibt, sondern auch ein Ort des Gebets – des Nachdenkens – der Gottesbegegnung! Kommen Sie auch hinein: Dann hat es sich gelohnt! Sonst steht hier nicht mehr als ein schönes, aber hohles Gebäude.

Nikolaus, der Bischof von Myra, nach dem diese Kirche benannt ist, hat aus seinem Glauben die Phantasie entwickelt, Gutes zu tun für die Menschen, die um ihn herum lebten und litten. Morgen werden wir an ihn erinnern, wenn wir einander mit kleinen Überraschungen erfreuen.

Deshalb bitte ich Sie: Kommen Sie wieder, singen und beten Sie hier, suchen Sie Stille oder Anregung: dann erfüllt die Nikolai-Kirche ihren Zweck:

Die Gemeinde auf den Weg des Friedens, der Gerechtigkeit und der Güte zu weisen. Damit wir für die Dörfer etwas bedeuten können, von dem jeder etwas hat.

Danke, dass Sie sich für solche Zukunft stark gemacht haben!

Zum Abschluss lese ich Ihnen nun noch vor, was der KV auf das Schild drucken ließ, mit dem wir danken und erinnern:

 

In den Jahren 2009 und 2010 mussten zur Sicherung des romanischen Kirchturms umfangreiche Arbeiten in der St. Nikolai-Kirche ausgeführt werden. Diese wurden im Wesentlichen aus Mitteln der Ev. - luth. Landeskirche Hannovers finanziert.

Der Kirchenvorstand beschloss, in diesem Zusammenhang Turmbekrönung und Geläut restaurieren und das Kirchenschiff renovieren zu lassen. Hierfür entstanden der Kirchengemeinde Kosten von rund 80.000,- Euro.

Durch die Spenden und Eigenleistungen sehr vieler Gemeindeglieder, Bürger und Unternehmen sowie durch das Mitwirken örtlicher Vereine und des Ortsrates konnten die Arbeiten zum Nikolaustag 2010 abgeschlossen werden.

Jetzt dankt der Kirchenvorstand allen von Herzen, die dies Vorhaben unterstützt haben!

Gott bewahre diese Kirche, dass sie auch in Zukunft für viele Menschen
ein Ort des Gebets, des Nachdenkens und des Friedens bleibe.

Monatsspruch Dezember 2018

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.
(Matthäus 2,10 )
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