3- Minuten-Kirche am 26. Juli
 
 
 
Neulich habe ich „Selma“ geschaut. Der Film spielt im Jahr 1965 im US Bundesstaat Alabama. Kurz zuvor hatte der Civil Rights Act die Rassentrennung aufgehoben. In vielen Staaten wurden Schwarze dennoch systematisch von Wahlen ausgeschlossen. Mit friedlichen Protestmärschen kämpften die Menschen gemeinsam mit Martin Luther King für ihre Rechte – und wurden mit Gewalt vertrieben. Erst ein dritter Marsch erreichte sein Ziel. Im März 1965 schließlich wurde der Voting Rights Act verabschiedet, ein Gesetz, das diskriminierende Wahltests für unzulässig erklärt.
Ein Film mit Happy End also?
 
Vor zwei Monaten starb der Afroamerikaner George Floyd durch eine gewaltsame Festnahme. Der Fall löste Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus aus – nicht nur in den USA. Auch hierzulande wurde unter dem Stichwort black lives matter gegen Rassismus und Diskriminierung demonstriert.
 
Seit Anfang Juli wird über eine Studie zu racial profiling innerhalb unserer Polizei diskutiert. Institutioneller Rassismus, auf Stereotypen beruhendes Handeln, Vorurteile und diskriminierende Gewohnheiten – wir alle sind davon betroffen. Kein Happy End also!
 
Das Problem des Rassismus oder der Diskriminierung von Menschen vermeintlich anderer Rassen, Ethnien, Religionen, sexueller Ausrichtungen, ... ist keineswegs gelöst.
 
Unsere Landeskirche hat die Aktion #stillerprotest ins Leben gerufen: ein grünes Armband, um Stellung zu beziehen. #stillerprotest bestreitet nicht den Sinn von Demonstrationen, sondern setzt auf die Kraft von gemeinsamen Zeichen und Gesten. #stillerprotest bedeutet für mich, Haltung zu zeigen, ganz nebenbei, ohne viele Worte. Insofern ist das Tragen dieses kleinen grünen Bändchens eine Ergänzung zum „lauten“ Protest. Und meine eigene kleine Erinnerung, mich in allem, was ich tue und sage, selbstkritisch zu hinterfragen.
 
„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Mt. 5, 9
 
Bei mir gibt es grüne Bändchen für alle, die eins wollen - einfach melden!
 
Herzlich grüßt Sie und euch Diakonin 
 
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Monatsspruch August 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Ps 139,14 )
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