Fortsetzungsgeschichten der Konfirmand*innen

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen zwingen uns alle an vielen Stellen den Alltag zu verändern, neue Wege zu finden und anders zu kommunizieren, als wir es gewohnt sind. Das gilt natürlich auch für den Konfirmand*innenunterricht.

Unsere derzeitigen Projekt-Konfis konnten sich darum im Spätsommer, bei der Auswahl ihrer Projekte für das laufende KU-Jahr, auch für einige digitale Projekte anmelden. Die Ergebnisse dieser Projekte wollen wir gern mit Ihnen und euch allen teilen.

 

Zwei kleine Gruppen von Konfirmand*innen haben mit denselben Startsätzen jeweils eine Geschichte geschrieben.

Der Anfang wurde täglich innerhalb der Gruppe weitergesendet und jede*r konnte einige Sätze ergänzen – bis am Ende zwei fertige Geschichten dastanden. Hier sind sie nun. Lassen Sie sich überraschen, was für Geschichten dabei entstanden sind!

 

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Fortsetzungsgeschichte Gruppe 1

Ich saß in dicker Jacke auf dem Spielplatz und schaukelte lustlos vor mich hin. Dieser Tag war so mies gelaufen, jetzt konnte es eigentlich nur noch besser werden. 

„Hallo“, sagte mit warmer Stimme ein alter Mann, der plötzlich vor mir stand.

Ich schaute ihn verdutzt an. Gerade wollte ich fragen, wer er sei und was er wollte, als er sagte: „Komm mit. Ich werde dir etwas zeigen." Ich überlegte kurz, ob ich mitgehen sollte. Aber dann stand ich auf und ging mit ihm den schmalen, dicht bewachsenen Weg an der Spielplatzmauer entlang.  „Ich bin sehr gespannt, was Sie mir zeigen wollen“, sagte ich. 

Zweifelnd ging ich dem Mann hinterher, als ich plötzlich ein helles Licht erblickte. „Sei nicht besorgt“, sagte der Mann. Er ging weiter auf das Licht zu, bis ich plötzlich etwas erkennen konnte. Ich sah einen großen Raum, in dem viele Leute mit Verletzungen an Arm, Bein oder Kopf zu sehen waren.

„Gehe mit einem dieser Verletzten durch die große Tür dort drüben“, sagte der alte Mann. „Dann wirst du eine Überraschung erleben.“

Ich überlegte kurz, ob ich das tun sollte. Doch dann wählte ich einen Verletzten aus und ging zur Tür. Mit Herzklopfen öffnete ich die Tür, ging hinein und staunte. 

Hinter dieser Tür lagen viele kleine Räume. Ich entschied für mich einen Raum links von mir. In diesem Raum saß der alte Mann vom Spielplatz und nickte mir freundlich zu.

„Jetzt hilf ihm und frage ihn, ob er etwas braucht“, sagte der alte Mann.

„Okay“, antwortet ich und fragte den Verletzten, ob er ein Tuch oder etwas Kühles möchte. Der Verletzte erwiderte: „Ich bin alt und mein Weg ist zu Ende. Hilf den jungen Leuten und nicht mir.“

Was sollte ich nun tun? Ich konnte diesen Mann doch nicht einfach zurücklassen. Ich drehte mich zu dem alten Mann vom Spielplatz um und wollte fragen, ob ich mehreren Personen helfen darf, doch dieser war aus dem Raum verschwunden. 

Ich dachte kurz nach und sagte dann zu dem Verletzten: „Ich habe Sie gewählt. Ich werde Ihnen helfen. Danach kann ich mich immer noch um jemand anderen kümmern.“

Da erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht und er erlaubte, dass ich seine Verletzung versorgte.

„Gut gemacht!“, sagte die warme Stimme des alten Mannes vom Spielplatz, der plötzlich wieder da war. „Ich bin sehr stolz auf dich. Wenn du willst, bringe ich dich jetzt zurück zur Schaukel.“

Als ich kurz darauf wieder auf der Schaukel saß, fühlte der Tag sich schon viel besser an. 

 

Autor*innen dieser Geschichte sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Mattis Dempewolf, Nils-Aaron Eilers, Jonah Grote, Marie Klötzer, Femke Kühl, Jonas Schellenberg, Alena Stiller und Carina Thielke

redaktionell bearbeitet von Andrea Gärtner

 

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Fortsetzungsgeschichte Gruppe 2

Ich saß in dicker Jacke auf dem Spielplatz und schaukelte lustlos vor mich hin. Dieser Tag war so mies gelaufen, jetzt konnte es eigentlich nur noch besser werden. 

„Hallo“, sagte mit warmer Stimme ein alter Mann, der plötzlich vor mir stand.

Ich sah ihn misstrauisch an. Er klang zwar freundlich, ich kannte ihn aber nicht. Wo kam der auf einmal her? Was wollte der von mir?

„Hallo“, antwortete ich vorsichtig und sah ihn fragend an.

Der Mann hatte graue Haare und einen Vollbart, er war ziemlich dick und trug einen langen, grauen Mantel. „Was wollen Sie denn? Meine Mutter hat gesagt, ich soll auf keinen Fall mit Fremden sprechen!“, sagte ich. Dann stand ich von der Schaukel auf. Ich ging zur Rutsche und sah den Mann hinter mir herlaufen. Ich fragte mich, was der Mann von mir wollen könnte. Auf einmal sprach er zu mir: „Mir ist kalt und ich bin hungrig. Hast du eine Decke und etwas zu essen für mich?“

Ich hatte Angst und war verunsichert, darum antwortete ich: „Nein, ich habe keine Decke und auch kein Essen." Ich war ratlos. Was sollte ich jetzt machen?

Ich ging erstmal nach Hause, um meiner Mutter von dem Mann zu erzählen. Auf dem Nachhauseweg drehte ich mich ein paarmal um und schaute unsicher, ob der Mann mir folgen würde. Auch während ich später in der Küche mit meiner Mutter redete, schaute ich ständig aus dem Fenster, ob der Mann zu sehen sei und fragte mich, ob er wirklich Hilfe brauchte oder ob er einfach verrückt oder vielleicht sogar gefährlich ist.

Mir ließ der Gedanke an den Mann keine Ruhe und ich fragte meine Mutter, ob wir ihn suchen könnten. Obwohl ich meiner Mutter ansah, dass sie eigentlich dagegen war, nickte sie. Wir zogen uns warm an und nahmen eine Decke und einen ganzen Korb voller Essen mit, falls wir ihn finden sollten.

Wir gingen zum Spielplatz, um ihn zu suchen. Aber dort war niemand. Meine Mutter meinte, wir sollten im Park nachschauen. Also gingen wir in den Park. Als wir dort ankamen, fanden wir drei Männer auf der kalten Parkbank liegen. Ich erkannte den Mann vom Spielplatz, den ich gesucht hatte, sofort. Wir reichten ihm und auch den zwei anderen Männern, unseren Korb mit Essen und die Decke, die wir dabeihatten. Dankbar sahen sie uns an.

 

Autor*innen dieser Geschichte sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Marlene Blumenkamp, Vincent Decker, Jannis Frense, Tom Grewe, Jannis Gue, Mailin Steins und Sofia Subramaniam

redaktionell bearbeitet von Andrea Gärtner

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Monatsspruch August 2021

Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!
(2 Könige 19,16)
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