3-Minuten-Kirche am 20. September 2020

 

 

Heute wird in Deutschland der Weltkindertag gefeiert. Hätten Sie es gewusst? Dieser Tag ist 1954 von den Vereinten Nationen eingeführt worden, um auf die Rechte von Kindern aufmerksam zu machen und diese zu stärken. In Deutschland wurde dieser Tag lange Zeit wenig beachtet. 1989 feierte das Deutsche Kinderhilfswerk im Zuge der Unterzeichnung der Kinderrechtskonvention den Weltkindertag in Bonn mit einem großen Kinderfest. Seitdem bekommt der Weltkindertag bei uns auch politisch Aufmerksamkeit. Vor 20 Jahren z.B. gab es in Hannover ein Kinderfest zu diesem Anlass. Trotzdem bekommt dieser Tag nur recht wenig Aufmerksamkeit.

Ich finde es gut, dass wir immer wieder daran erinnert werden, dass auch Kinder Rechte haben. Gerade in diesem Jahr hat sich gezeigt, dass auch bei uns noch viel dafür getan werden muss, damit alle Kinder die gleichen Chancen haben, nicht nur im Bereich der Bildung. Auch Kinder sind „systemrelevant.“ Das wird von uns Erwachsenen oft vergessen.

Dabei hat uns schon Jesus darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig Kinder sind. Die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas erzählen, dass einmal Eltern mit ihren Kindern zu Jesus kamen und die Jünger sie nicht zu ihm lassen wollten. Sie meinten, Jesus habe wichtigere Dinge zu tun, als sich um Kinder zu kümmern. Der hat ihnen dann gleich das Gegenteil bewiesen. Er hat sich für die Kinder Zeit genommen und sie gesegnet. Und seinen Jüngern hat er erklärt, dass sie die Kinder nicht daran hindern sollen zu ihm zu kommen. Wir sollen uns an den Kindern sogar ein Beispiel nehmen: „Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ Wir dürfen uns auch als Erwachsene etwas bewahren von der kindlichen Freude, Neugier und Unbeschwertheit, die manchmal doch verloren geht. Kinderlachen macht die Welt etwas freundlicher und bunter. Damit bricht schon ein Stück vom Reich Gottes hier auf Erden an.

 

Einen fröhlichen Weltkindertag wünscht Ihnen Ihre Pastorin

                                                                                          

 

                          _______________________________________________________________________________________

3-Minuten-Kirche am 16. September 2020

 

 

Ich war neulich übers Wochenende in Münster. Zusammen mit der Familie wollte ich mal wieder meine alte Heimat besuchen, denn ich habe in Münster studiert. Seit ich Münster 2011 verlassen habe, bin ich erst ein einziges Mal wieder dort gewesen. Und so wollte ich jetzt vor allem jene Ecken der Stadt besuchen, die für mich Erinnerungswert haben; meine alten Wohnungen, die Universität oder die Strecke, wo ich früher so oft joggen war.

Natürlich hat sich in der selbsternannten Fahrradhauptstadt seit damals einiges getan; das Studentenwohnheim, in dem ich 4 Jahre lang gewohnt habe, wurde mittlerweile abgerissen und komplett neu aufgebaut - oder der Supermarkt, wo ich regelmäßig einkaufen ging, ist auch nicht wieder zu erkennen gewesen. Doch das Meiste sieht schon noch so aus, wie vor 10 Jahren - auch wenn mir manches neu vorkam. Es war schon ein bisschen verrückt; nach so vielen Jahren habe ich meine alte Heimat z.T. mit ganz neuen Augen gesehen. Manches ist mir erst jetzt aufgefallen. Z.B. dass es einen Spielplatz in dem Park gab, in dessen Nähe wir wohnten oder dass die Häuser in unserer die Straße weiter oben genau so aussahen wie das, in dem wir wohnten… Der Besuch in Münster hat mir wieder einmal gezeigt, wie leicht Dinge übersehen werden, die wir für alltäglich erachten und wie wenig man mitunter auf das achtet, was man für selbstverständlich hält. Deshalb glaube ich auch, dass uns ein frischer und offener, ja neugieriger Blick auf unser Leben immer wieder gut tun kann.

Bei all den großen oder kleinen Sorgen, die wir haben mögen, kommen wir doch nicht umhin, festzustellen, wie gut es uns im weltweiten Vergleich hier in Deutschland geht. Wie viele Menschen würden gerne mit uns tauschen!? Weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind und deshalb oft das Gute und Dankenswerte an den selbstverständlichen Dingen in unserem Leben übersehen, sollten wir uns selbst dazu aufrufen, unser Leben immer wieder neu zu betrachten - um so aufs Neue das Gute darin zu erkennen und wertzuschätzen. Der Philosoph Sir Francis Bacon formuliert wie ich finde zu recht: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen immer wieder neuen und neugierigen Blick auf unser Leben.

Ihr/ euer Pastor:

                                        

                         ____________________________________________________________________________

3-Minuten-Kirche am 13. September 2020

 

   

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt sie „eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“.  Ob Sie’s glauben oder nicht: Es geht nicht um Corona, sondern... Stress! Studien deuten immer wieder darauf hin: Wir sind eine gestresste Gesellschaft. Fast neun von zehn Deutschen sind von ihrer Arbeit gestresst. Und das teilweise so stark, dass bereits Warnzeichen für ein Burn-out auftreten.

Ok, in wirklichen Gefahrensituationen ist Stress ja ganz nützlich. Das klassische Beispiel ist die Flucht vor dem Säbelzahntiger (wo auch immer jetzt noch einer sein mag). Aber in unserem Alltag ist Stress auf Dauer eher ungesund. Symptome können sein: Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Despression, Bluthochdruck...

Und wie die Symptome können auch die Gründe vielfältig sein: Hohe Anforderungen von Aufgaben (beruflich wie privat), ständige Erreichbarkeit, Digitalisierung, Termindruck, schlechte Verlässlichkeit, etc. Kann man sich dem Stress überhaupt noch entziehen?

Eine Studie ergab, dass Menschen Stress durch Dankbarkeit viel besser bewältigen können. Aber wie schafft man das? Therapie? Yoga? Pillen?

Ich musste etwas schmunzeln: Fürstbischof Franz von Sales (1567 – 1622) scheint sich auch mit Stress herumgeschlagen zu haben. Er schrieb einmal: „Täglich eine halbe Stunde auf Gott zu horchen ist wichtig, außer wenn man sehr viel zu tun hat. Dann ist eine ganze Stunde nötig.“

In diesem Sinne: Gratulation! Sie machen es genau richtig! Denn Sie nehmen sich in diesem Moment die Zeit das hier zu lesen. Das ist bereits Schritt eins. Schritt zwei besteht nun aus einer Hausaufgabe: Tun sie sich doch heute Abend mal etwas Gutes, denken Sie über den heutigen Tag nach und versuchen sie drei Dinge zu finden, für die Sie Gott im Gebet danken können.

Wo das aber allzu schwer fällt, nutzen Sie die Möglichkeit sich bei Gott zu beschweren, denn: „Alle eure Sorgen werfet auf ihn“ (1. Petr 5,7).

Herzliche Grüße,
Ihr Vikar Jan Edelstein

 

 

Das Bild ist lizenzfrei und entnommen von: https://pixabay.com/de/illustrations/mann-mitarbeiter-b%C3%BCro-manager-gute-4090877/

           ___________________________________________________________________________________________________________

3-Minuten-Kirche am 9. September 2020

 

Foto: Th. Müller

 

 

Warum machst Du denn da mit?

fragt eine Psychotherapeutin und Konfliktforscherin im persönlichen Gespräch die Freunde und Bekannten, von denen Sie weiß oder ahnt, dass sie bei der Aktion „Querdenken“ aktiv oder sympathisierend dabei sind (also der Gruppe, die gegen die staatlichen Coronamaßnahmen protestiert). Es geht hier nicht um die rechtsgerichteten Gruppen, die diese Bewegung für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen. Es geht um die, die mit den Rechten nichts zu tun haben wollen, aber zu der Bewegung stehen. Warum machst Du da mit? Obwohl andere versuchen euch zu benutzen, obwohl die Begründung für die Proteste (Ablehnung der Hygienemaßnahmen, Abwehr einer vermeintlichen Dikatur) - vernünftig bedacht - oft wenig plausibel erscheint.

Eine Diskussion über die Fakten - so die Konfliktforscherin - hilft meist nicht weiter. Da steht Meinung gegen Meinung, Wahrheit gegen alternative Wirklichkeit. Was hilft ist, sich im zugewandten persönlichen Gespräch auszutauschen: Warum machst Du da mit?                      

Und dann, so ihre Erfahrung, kommen da zumeist die Ängste im persönlichen Leben des/r anderen zur Sprache. Verständliche Ängste, wie die um die wirtschaftliche Existenz, die vor dem Eingesperrtsein, der Einsamkeit, dem sich mit seinen Problemen allein gelassen fühlen unter den Covid 19-bedingten Einschränkungen. Tja, und dann sind sie einander auf einmal ganz nahe, die Anhänger von „Querdenken“ und die genau gegenüber, die vehement gegen jede Lockerung sind. Beide treibt verständliche Angst um. Angst aber macht das rationale Nach-denken und Abwägen schwer auf beiden Seiten. Die Angst ist nachvollziehbar, insbesondere bei Menschen, die von den getroffenen Maßnahmen oder der Bedrohung durch die Krankheit besonders betroffen sind. So gesehen sind die, die jede Lockerung angstvoll ablehnen und die, die sich aus persönlichen Ängsten bei Querdenken engagieren im Tiefsten sehr nahe. Beide treiben nachvollziehbare Ängste um.

Schwierig wird es aber immer dann, wenn Angst panische Züge bekommt. Dann hat die Vernunft kaum noch Chancen. Die aber brauchen wir derzeit besonders, um gut abzuwägen zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten. Nun kann man sich selbst gegen panische Furcht nur sehr schwer wehren. Es braucht eine Gegenkraft. Hilfreich ist es einen Anker zu haben, an dem wir uns festmachen, - halten können, wenn die Wogen der Angst uns umtreiben. Christen bekennen: Wir haben diesen Anker in Gott gefunden: Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen- also derer, die im Vertrauen auf diesen lebendigen Gott verankert sind und so seine Kraft erfahren-. (1. Tim. 4,10)

Ich wünsche mir und Ihnen, dass dieser Glaube an den Gott, der Heil und Leben will, uns durch alles hindurch hält und trägt und uns verständig und einander verstehend handeln und reden lässt.        

Ihr Pastor

                  

                              ____________________________________________________________________________

3-Minuten-Kirche am 6. September 2020

 

 

Ich bin gerade dabei meinen Computer „aufzuräumen“, die Festplatte braucht wieder Platz für Neues. Dabei bin ich auf dieses Foto gestoßen, das ich vor vielen Jahren bei einem Urlaub in Frankreich gemacht habe. Diese Hand mit der Weltkugel darauf findet sich in der Provence, irgendwo zwischen Les Beaux und Saint-Rémy-de-Provence. Ich weiß nicht mehr, ob das Ganze einen Namen hat oder auch bekannt ist. Diese Skulptur hat mich damals schon angesprochen und das ist auch jetzt wieder so. Beim Blick auf das Foto kam mir zuerst das Lied: „Er hält die ganze Welt in seiner Hand“ in den Sinn. Für mich ist das ein schönes Bild: Gott hält die Welt, die er geschaffen hat, mit allem, was darauf ist, in der Hand. Er begleitet uns alle auf unserem Lebensweg. Ein schönes und Mut machendes Bild: Die Welt in der sicheren Hand Gottes. Das Lied singen wir im KU 4 normalerweise im Zusammenhang mit der Schöpfungsgeschichte. In der Schöpfungsgeschichte bekommen wir Menschen einen Auftrag von Gott, den Auftrag eben diese Schöpfung zu bewahren. Damit verändert sich das Bild auch für einen Moment: die Welt in der Hand des Menschen. Wenn ich dieses Bild vor Augen habe macht mir das nicht mehr Mut, sondern eher Angst. Dann mache ich mir bewusst, was wir Menschen vor allem im letzten Jahrhundert mit der Welt gemacht haben. Die Folgen davon werden mit jedem Jahr spürbarer. Der Klimawandel ist eine Folge unseres Handelns. Wir haben eine Verantwortung, die wir nicht immer so ausfüllen, wie wir das sollten. Da nehme ich mich gar nicht aus. Manche Entscheidung ist auch schwierig. Und Corona macht es nicht leichter. Im Frühjahr konnte die Schöpfung aufatmen. Weniger Verkehr, weniger Flugzeuge und keine Kreuzfahrtschiffe mehr. Und jetzt? Mehr Autoverkehr, weil die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel Risiken bergen. Wie geht das mit dem Lüften, wenn es kühler wird und wieder geheizt werden muss? Die Liste der Beispiele kann beliebig erweitert werden. Wie kann das alles funktionieren und weitergehen? Ich weiß es nicht.

Ich kann nur darauf vertrauen, dass Gott die Welt in seiner Hand hält, dass er einen Plan hat und es gut mit dieser Welt meint und wir alle im Vertrauen darauf das tun, was wir können, um diese Welt auch für unsere Kinder und Enkelkinder zu bewahren.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihre Pastorin

                                                    

 

                           _____________________________________________________________________

3-Minuten-Kirche am 2. September 2020
 
 
 
 
Bibel oder Wissenschaft?
Immer wieder begegnet mir die Frage, ob man als Christ an die naturwissenschaftliche Erklärung der Entstehung der Erde glauben kann - oder dass der Mensch vom Affen abstammt.
Die Naturwissenschaften haben dem Glauben im Laufe der Geschichte manch bittere Pille zu schlucken gegeben: Dass die Erde nicht der Mittelpunkt ist, um den sich alle Sterne drehen, oder dass die Geschichte mit Adam und Eva nicht historisch sein kann. Diese Einsichten verdanken wir Nikolaus Kopernikus und Charles Darwin. Was die Naturwissenschaften über die Entstehung der Erde und des Menschen sagen, scheint im Gegensatz zu dem zu stehen, was die Bibel sagt.
Dennoch bin ich der Überzeugung, dass man sich nicht zwischen dem Glauben an Gott und den Erkenntnissen der Naturwissenschaften entscheiden muss. Ich würde sogar sagen: Je mehr wir über die Entstehung des Lebens wissen, desto mehr können wir darin vielleicht sogar Gottes Wirken erkennen. Denn je tiefer wir in die Details des Lebens eindringen, um so wunderbarer wird das Ganze!
Manch einen haben gerade die Naturwissenschaften näher zu Gott gebracht. So z.B. Hans-Rudolf Stadelmann. Der  Atomphysiker fand gerade über diese Arbeit seinen Weg zu Gott. Er studierte schließlich Theologie und wurde Pastor. Sein besonderes Anliegen ist es immer gewesen, neueste naturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens mit dem Glauben an Gott zu verbinden. Die Zeiten sind vorbei, wo Glauben und Naturwissenschaft sich auszuschließen scheinen. Und das ist gut so. Ich bin jedenfalls dankbar, in einer Zeit zu leben, wo ich um meines Glaubens nicht leugnen muss, was der scharfe Verstand vieler Menschen hervorgebracht hat - und zugleich daran festhalten kann, was der Glaube mich spüren lässt: dass „Gott würdig ist, dass alle ihn preisen und ehren und seine Macht anerkennen. Denn er hat die ganze Welt geschaffen. Weil er sie gewollt hat, ist sie entstanden“ (Offb. 4,11)
Ihr/ euer Pastor:
                          
 
                  ___________________________________________________________________________________

 

3-Minuten-Kirche am 30. August 2020
 
 
 
Die Sommerferien sind zu Ende. Gestern wurde in unseren Orten Einschulung gefeiert. Etwas anders als sonst, trotzdem sind alle Einschulungskinder mit dem Segen Gottes in ihre neue spannende Zeit gestartet.
 
Doch nicht nur die Schule geht wieder los. Gleichzeitig beginnt auch ein neues KU-Jahr. Heute wollten wir große Gottesdienste feiern, um unsere neuen Konfirmand*innen herzlich willkommen zu heißen. Aufgrund der geltenden Bestimmungen ist das leider nicht möglich.
 
Trotzdem sollt auch ihr einen Segen mit auf Euren Weg bekommen:
 
GOTT SEGNE DICH
auf deinem Weg durchs Leben
UND BEHÜTE DICH bei allem,
was du riskierst und auszuprobieren wagst.
GOTT LASSE SEIN ANGESICHT
LEUCHTEN ÜBER DIR,
dass sich dir in allen Unsicherheiten eine Hand entgegenstreckt, die dich hält.
GOTT SEI DIR GNÄDIG, dass dich auch
deine Fehltritte und Abwege ans Ziel bringen.
GOTT ERHEBE SEIN ANGESICHT AUF DICH,
dass dir gelingen möge, was du dir vornimmst.
GOTT SCHENKE DIR SEINEN FRIEDEN,
dass dein Leben glücklich wird und sich erfüllt.
AMEN
 
 
Herzlich willkommen liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
 
Wir freuen uns auf die neuen KU4 Gruppen, darauf, dass einige Projekte in kleinen Gruppen stattfinden können und natürlich auch auf die neuen „Hauptkonfis“.
Ein spannendes Jahr liegt vor Euch.
 
Wir machen uns gemeinsam auf den Weg, Gott zu suchen. In unserem Alltag. In der Kirche. Mitten unter uns. Wir wollen Geschichten kennenlernen von Menschen, die von ihren Erfahrungen mit Gott und ihrem Glauben berichten. Wir wollen uns einlassen auf Fremdartiges, Ungewohntes und Althergebrachtes, um herauszufinden, ob es für das eigene Leben etwas nützt. Wir wollen Fragen stellen, Erfahrungen sammeln und Vertrauen gewinnen.
 
Vertrauen, um für eigene Überzeugungen einzustehen. Vertrauen, um der Angst etwas entgegenzusetzen. Vertrauen, um mich in schlimmen Situationen aufgehoben zu wissen. Vertrauen in Gott, der unser aller Leben in der Hand hat.
 
Dieses Vertrauen, das mir Mut macht, das mich durch Fragen und Sorgen des Alltags trägt,
das wünsche ich uns allen!
 
Ihre und eure Diakonin  
 
_______________________________________________________________
3-Minuten-Kirche am 26. August 2020
 
 
Eindrucksvoll steht er da, ganz im Nordwesten Dänemarks direkt an der Steilküste, nicht weit von Hirtshals, der Leuchtturm Rubjerg Knude. Im Jahr 1900, 200 Meter vom Kliff entfernt erbaut, um die Schiffe in der gefährlichen Jammerbucht zu geleiten, vor Schiffbruch und damit Fracht und Leben zu bewahren, wurde sein Leuchtfeuer schon wenige Jahre später wieder abgeschaltet, weil sich eine große Wanderdüne zwischen ihn und das Meer geschoben hatte.
Kein wegweisendes Licht geht seitdem mehr von ihm aus und doch ist und bleibt er in dieser unwirtlichen Gegend, direkt am Abgrund zum Meer, ein beeindruckendes Baudenkmal, das Menschen bewegt. Scharen an Touristen suchen in Jahr für Jahr auf, weshalb er letztes Jahr mit großem technischen Aufwand angehoben und für knapp eine Million Euro 70 Meter auf der Düne weg von der Steilküste versetzt wurde. Ansonsten wäre er zeitnah die über 50 Meter hohe Steilküste hinab ins Meer gestürzt. Damit hätte Nordjütland einen seiner touristischen Anziehungspunkte verloren.
 
Auch Kirchen mit ihrer besonderen Architektur und Atmosphäre ziehen Menschen, oft gerade im Urlaub an. Sind sie dann allein architektonisch, atmosphärisch interessant, besonders, vielleicht manchmal spektakulär wie Rubjerg Knude?
 
Der Leuchtturm ist endgültig erloschen. Da ist nur noch das Baudenkmal mit besonderer Atmosphäre.
Der bewusste Besuch einer Kirche aber birgt die Chance in sich, etwas von dem zu entdecken, zu erleben, der bleibend von sich sagt: "Ich bin das Licht der Welt! Wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wir das Licht des Lebens haben."
Und die Chance dieses Licht zu finden – neu oder wieder oder wieder neu-  besteht nicht nur in diesem einen besonderen Gebäude Kirche, sondern überall da, wo wir Raum für diese Begegnung schaffen in unserem Leben: im Gottesdienstbesuch etwa oder im Lesen in seinem Wort, im Gebet in der persönlichen Zeit mit Gott.
 
Faszinierend dieser Turm an der Steilküste und seine Geschichte.
Noch faszinierender finde ich, über alle besondere Architektur, Atmosphäre von Kirchen und ja auch Geschichte hinaus, das Licht, das von Gott her dauerhaft für uns leuchtet zum Geleit, zur Wegweisung, zur Bewahrung.
Und das überall da, wo man ihm Raum gibt sowohl an besonderen Orten aber ebenso auch mitten im Alltag. Der nicht so bleibt sondern sich verändern wird durch sein Licht.
So wie der Beter des 27. Psalms es beispielhaft beschreibt: "Gott ist mein Licht und mein Heil, wovor sollte ich mich fürchten?"
 
In diesem Sinne eine behütete und getroste Zeit,
Ihr Pastor  
 
___________________________________________________________
3-Minuten-Kirche am 23. August
 
 
Mal so `ne Frage nebenher: Was würden Sie in diesem Moment an sich selbst, oder Ihrem Leben ändern? Eine neue Frisur? Oder mal was ganz ausgefallenes essen? (Insekten sollen ja total im Kommen sein.) Den aktuellen Job hinschmeißen und was ganz anderes machen?
 
Ich bin neulich über einen Vers in der Bibel aus dem Buch Rut gestoßen (probieren Sie’s mal; sind nur vier Kapitel). In dieser Geschichte geht es um Noomi, eine Israelitin, die mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in ein fremdes Land zieht. Eigentlich leben sie dort ganz passabel und die Söhne heiraten nicht-israelitische Frauen. Könnte alles ganz nett sein. Doch dann sterben Noomis Mann sowie ihre beiden Söhne. Sie hat also nichts und niemanden mehr und ist dazu auch noch in einem fremden Land. Da kommt Rut, ihre Schwiegertochter, zu ihr, weil sie Noomi in ihrer schweren Zeit helfen will, und sagt: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“ (Rut 1, 16) 
 
Wahnsinn! Rut ist dazu bereit ein ganz anderes Leben zu führen, weil sie ihrer schwergebeutelten Schwiegermutter helfen will. Sie ist bereit ihre Heimat zu verlassen; an irgendeinen völlig fremden Ort zu ziehen und sich ganz auf diesen (für sie neuen) Gott zu einzulassen. 
 
Anderes Thema: Ich blicke auf den >>Neustart<< nach den Ferien: Viele kommen aus dem Urlaub wieder, die Schulen sollen öffnen. Aber die Infektionszahlen sind bereits schon jetzt gestiegen. Mögen wir von einer zweiten Welle verschont bleiben! Doch dafür müssen wir bereit sein, etwas in und an unserem alltäglichen Leben zu ändern.
 
Ich denke nun wieder an Rut: Puh…! Wir brauchen (zum Glück!) nicht unsere Heimat verlassen, oder uns in eine neue Kultur einzuleben. Aber trotzdem inspiriert mich diese 2500 Jahre alte Geschichte. Ich würde mir von Rut gern etwas abgucken: Bereit dafür zu sein, mein Leben soweit zu ändern in diesen Zeiten, damit ich anderen helfen kann.
 
Herzlich grüßt Ihr Vikar Jan Edelstein
3-Minuten-Kirche am 19. August 2020
 
 
Fake News – mit diesem Begriff lässt sich energisch ausdrücken, was man von einer Information hält. Nicht erst seit Corona gibt es viele Verschwörungstheorien, schwirrt gefährliches Halbwissen durch die Medien, werden Verdächtigungen laut, wer von dieser Krise profitieren würde.
Fake News eben, die oftmals bewusst eingesetzt werden, um Meinungen zu manipulieren, Interessen durchzusetzen, Stimmung zu machen. Lüge von Wahrheit zu unterscheiden ist nicht leicht. Erst recht nicht, wenn die Diskussion um richtig oder falsch in aufgeheiztem Klima geführt wird.
 
Am Ende bleiben Misstrauen, Unsicherheit und Vorbehalte. Wem kann ich überhaupt noch trauen. Was ist vertrauenswürdig? Worauf kann ich mich verlassen? Was kann ich glauben?
 
Fake News sind kein neues Phänomen. Die Thessalonicher waren eine Gemeinde in Griechenland. Sie glaubten Falschmeldungen und verfielen daraufhin in Mutlosigkeit. Sie fühlten sich von Gott vergessen. Der Apostel Paulus schrieb ihnen deshalb einen Brief und rief sie auf: „Lasst euch nicht vorschnell aus der Fassung bringen oder in Schrecken versetzen durch (...) Irgendeine Äußerung oder sogar ein Brief, der angeblich von uns kommt. Lasst euch durch nichts und niemand täuschen.“
 
So steht es im zweiten Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher, in dem auch der heutige Losungstext steht. „Gott hat euch berufen durch unser Evangelium, damit ihr die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangt.“ (2. Tess. 2, 14)
 
Ich lese diesen Satz wie eine Art Durchhalteparole: Erinnert Euch! Haltet daran fest! Ihr seid berufen! Fallt nicht auf die Falschmeldungen und die Gerüchte herein. Auch wenn es schwerfällt. Haltet am Glauben fest!
 
Das hilft mir auch in der derzeitigen Ungewissheit. Auch ich lasse mir von Paulus zurufen: Bleib standhaft! Glaube nicht jeder sensationellen Nachricht! Und das Wichtigste: Du bist berufen! Du bist festgehalten. Gott will das gute Leben für dich – was auch kommen mag.
 
Darauf vertraue, das glaube ich.
 
Ihre und eure Diakonin  
 
_____________________________________________________________________

Monatsspruch April 2021

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
(Kolosser 1, 15)
© 2008 Kirche im Saaletal | Joomla 1.5 Templates by vonfio.de