3-Minuten-Kirche am 16. September 2020

 

 

Ich war neulich übers Wochenende in Münster. Zusammen mit der Familie wollte ich mal wieder meine alte Heimat besuchen, denn ich habe in Münster studiert. Seit ich Münster 2011 verlassen habe, bin ich erst ein einziges Mal wieder dort gewesen. Und so wollte ich jetzt vor allem jene Ecken der Stadt besuchen, die für mich Erinnerungswert haben; meine alten Wohnungen, die Universität oder die Strecke, wo ich früher so oft joggen war.

Natürlich hat sich in der selbsternannten Fahrradhauptstadt seit damals einiges getan; das Studentenwohnheim, in dem ich 4 Jahre lang gewohnt habe, wurde mittlerweile abgerissen und komplett neu aufgebaut - oder der Supermarkt, wo ich regelmäßig einkaufen ging, ist auch nicht wieder zu erkennen gewesen. Doch das Meiste sieht schon noch so aus, wie vor 10 Jahren - auch wenn mir manches neu vorkam. Es war schon ein bisschen verrückt; nach so vielen Jahren habe ich meine alte Heimat z.T. mit ganz neuen Augen gesehen. Manches ist mir erst jetzt aufgefallen. Z.B. dass es einen Spielplatz in dem Park gab, in dessen Nähe wir wohnten oder dass die Häuser in unserer die Straße weiter oben genau so aussahen wie das, in dem wir wohnten… Der Besuch in Münster hat mir wieder einmal gezeigt, wie leicht Dinge übersehen werden, die wir für alltäglich erachten und wie wenig man mitunter auf das achtet, was man für selbstverständlich hält. Deshalb glaube ich auch, dass uns ein frischer und offener, ja neugieriger Blick auf unser Leben immer wieder gut tun kann.

Bei all den großen oder kleinen Sorgen, die wir haben mögen, kommen wir doch nicht umhin, festzustellen, wie gut es uns im weltweiten Vergleich hier in Deutschland geht. Wie viele Menschen würden gerne mit uns tauschen!? Weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind und deshalb oft das Gute und Dankenswerte an den selbstverständlichen Dingen in unserem Leben übersehen, sollten wir uns selbst dazu aufrufen, unser Leben immer wieder neu zu betrachten - um so aufs Neue das Gute darin zu erkennen und wertzuschätzen. Der Philosoph Sir Francis Bacon formuliert wie ich finde zu recht: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen immer wieder neuen und neugierigen Blick auf unser Leben.

Ihr/ euer Pastor:

                                        

                         ____________________________________________________________________________

Monatsspruch September 2020

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.
(2. Kor 5, 19 )
© 2008 Kirche im Saaletal | Joomla 1.5 Templates by vonfio.de