3-Minuten-Kirche am 28. Februar 2021
 
 
Also irgendwie fühle ich mich im Moment gerade an Urlaub erinnert. Nein, nicht des schönen Wetters wegen. Vielmehr erinnere ich mich an die Fahrt in den Urlaub mit kleinen Kindern und ihrer sprichwörtlichen Frage: „Papa, wann sind wir endlich da?“ Kennen Sie auch? Und dann geht es je nach Temperament und Persönlichkeit der Kinder weiter, entweder mit einem verständigen Dialog, kräftigem „Genöle“, schmollendem Schweigen oder auch lautem Geschrei. Kommen wir durch all das am Ende auch nur einen Moment früher zum Ziel? Natürlich nicht! Aber die Stimmung entwickelt sich immer mehr in Richtung genervt.
 
Wann sind wir endlich durch durch die Pandemie? Wann wird endlich wieder gelockert? Ich will aber nicht mehr! Irgendwie wie damals im Auto. Ich hatte als Fahrer manchmal auch keine Lust mehr. Aber alles Gemehre half ja nicht. Wir mussten da durch, um das Ziel zu erreichen. Genau wie jetzt! (Und mit Gemehre meine ich ausdrücklich nicht jene, die berechtigte Sorge um ihre Existenz haben müssen und die Unterstützung der Gemeinschaft brauchen, die ja verfügt hat: ihr müsst leider zum Schutz aller schließen).
 
Besonders hilfreich für die Gesamtstimmung finde ich auch die, die - wie u.a. auch eine Partei - trotz laufend wechselnder Lage immer nur die gleiche Forderung stellen. Wir wollen jetzt aber endlich einen verbindlichen Plan haben! Wer würde sich darüber nicht freuen?! Aber haben die selber schon mal einen vorgelegt? Nee, geht ja auch nicht! Der Verlauf der Pandemie ist nun mal nicht verlässlich, ob es uns passt oder nicht. Sorry, aber das wirkt auf mich, wie die dauernd wiederholte Frage, wann sind wir endlich da, wie das Nölen von Kindern im Auto.
 
Was wir früher gemacht haben, wenn unsere Kinder verständlicher Weise fragten, wie lange sie noch so still sitzen müssen im Auto. Wir haben überlegt, was wir an der Situation verbessern können. Eine Stärkung, eine Pause, ein Hörspiel vielleicht oder Spiele zusammen. Etwas, was das Ausharren erleichtert, Freude macht. Wir haben geprüft, ob es sinnvoll ist, die Strecke zu ändern, um eher da zu sein. Wir haben ihnen erläutert, was gerade ist, wie lange es noch dauern kann, wenn alles gut geht. Aber auch, dass noch was dazwischenkommen kann. Und wir haben uns zusammen daran erinnert, dass sich all das lohnt. Welches Ziel wir zusammen haben und erreichen wollen.
Und, was soll ich sagen, es ging immer richtig gut mit „unseren Dreien“, auch auf langen Strecken mit über 12 Stunden oder gar mehrtägiger Fahrt. Manchmal sagten sie nach Stunden der Fahrt sogar: „Wollen wir jetzt schon wieder Pause machen? Wir möchten doch ankommen!“
Übertragen: „Möchten wir jetzt wirklich schon wieder ein bisschen ,,lockern“. Wir wollen doch das Ziel erreichen! Das andere nützt doch nichts. Die Kinder jedenfalls, finde ich, haben das immer toll gemacht ... 
 
Ich jedenfalls möchte mit Reinhard Niebuhr beten:
 
Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich (und auch die in politischer Verantwortung) nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
 
Ich glaube, das täte uns allen und der Atmosphäre unter uns gut!     
 
Herzlich grüßt Ihr Pastor 
                                        
 
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3-Minuten-Kirche am 24. Februar 2021

 

 

Was ist eigentlich Glück? Auf diese Frage gibt es bestimmt so viele verschiedene Antworten, wie es Menschen gibt. Jeder Mensch braucht etwas anderes, um glücklich zu sein. Für den einen ist es Glück, Zeit mit der Familie zu verbringen, für die andere der Spaziergang am Meer. Das kann einfach die Tasse Kaffee am Morgen oder ein Spieleabend mit Freund*innen sein. Oft wird das Glück aber auch mit dem Sechser im Lotto oder der intakten Gesundheit beschrieben. Oder es ist die warme Mahlzeit am Tag und die Möglichkeit, zur Schule gehen zu können. „Glück ist wenn die Katastrophe eine Pause macht.“ Diesen Spruch habe ich vor einigen Jahren bei einem kurzen Urlaub gefunden. Er passte zu dem Zeitpunkt perfekt in meine Lebenssituation. Da war es ein großes Glück einmal aus allem raus zu sein und die Katastrophen des Lebens kurz vergessen zu können.

Die Katastrophen bleiben ja, die großen und auch die kleinen. Corona, Klimawandel, die Situation der Flüchtlinge am Mittelmeer, ein nicht enden wollender Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Abschied von geliebten Menschen… Die Reihe lässt sich leicht fortsetzen. In all dem ist das Glück oft nur schwer zu finden.

„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“, heißt es im Psalm 73. Aus diesem Vers spricht für mich die Erfahrung, dass Gott nahe bei mir ist und mich auf meinem Lebensweg begleitet, ganz egal, welche Katastrophen mir begegnen. Gott verhindert sie nicht, aber er hilft mir, sie durchzustehen und nach vorne zu blicken. Er hilft mir auch, die Dinge mit anderen Augen zu sehen, zu akzeptieren, was ich nicht ändern kann und da zu handeln, wo ich etwas tun und verändern kann. Welch ein Glück!

Viele glückliche Momente in der nächsten Zeit wünscht Ihnen und Euch Pastorin

                                                                                                                                 

 

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3-Minuten-Kirche am 17. Februar 2021
 
 
Ja, ich gebe es zu: Ich mag keinen Schnee. Im Gegenteil. Ich finde ihn sogar richtig doof. Er ist weiß und kalt und nass und die Welt ist monochrom und trist, wenn Schnee liegt.
Wann immer ich das sage, entgegnen mir andere: „Aber wenn die Sonne scheint, ...“ 
 
Jaja, dann sieht es hinreißend aus draußen, so glitzernd, ich weiß. Ich mag ihn trotzdem nicht! Von mir aus kann er da liegen und glitzern, solange ich drinnen bin. Aber wenn ich rausgehe, dann hätte ich gern, dass dieses weiße, kalte, nasse Zeugs verschwunden ist. Ich hab’s nicht so mit Schlitten fahren, Snowboarden, Schneemänner bauen, Schneeballschlachten, ...
 
Dennoch hat mir der Schnee dieser Tage häufig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich habe so viele Bilder und Videos von vergnügten Menschen gesehen, wie schon lange nicht mehr. Nicht nur für Kinder war das Rodeln und Toben im Schnee eine erlösende Abwechslung im angespannten Lockdown-Alltag. Engel mit seinem Körper in den Schnee zu malen, war die neueste Challenge – wahlweise bekleidet oder nur in Unterwäsche. Fotos von eindrucksvollen Schneeformationen, Winterwaldwegen und meterhoch aufgeschippten Schneebergen schwirrten durch die sozialen Medien.
 
Auch ich habe das Haus natürlich trotzdem verlassen und so manchen Winterspaziergang unternommen. Ich bin im Flockengestöber durch knietiefen Schnee gestapft, bei strahlendem Sonnenschein über geschobene Waldwege geschlendert und habe nicht wenige glitzernde Schneefotos geschossen. Denn was aus Schnee- und Eiskristallen für unvergleichliche Kunstwerke entstehen – das finde ich ehrlich imponierend! Jede Schneeflocke ist nämlich – so wie wir Menschen – einzigartig. Keine gleicht der anderen. Demzufolge liegt da draußen ein riesiger Schatz einmaliger Wunderwerke. 
 
„Wie zahlreich sind deine Werke, Herr. In Weisheit hat du sie alle gemacht. Die Erde ist voll von deinen Gütern.“ So preist schon der Beter des 104. Psalms den Reichtum der Schöpfung. Es mag mir nicht alles gefallen (Schnee, Spinnen, Schachtelhalm, ...), doch das Staunen habe ich nicht verlernt.
Nur wer staunen kann, wird Wunder entdecken. 
 
In diesem Sinne wünsche ich eine wundervolle Woche und grüße herzlich
 
Diakonin
               
 
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3-Minuten-Kirche am 21. Februar 2021
 
 
Seit Mittwoch dieser Woche gibt es die 3-Minuten-Kirche auch als Telefonandacht.
Unter der Nummer 05153 8000 139 kann ab sofort die jeweils aktuelle 3-Minuten-Kirche abgehört werden. Bitte geben Sie diese Nummer weiter, wenn Sie Menschen kennen, für die dieses Angebot interessant sein könnte!
 
Das Telefon feiert dieses Jahr seinen 160. Geburtstag. Ein faszinierendes Gerät! Wir haben uns wohl schon zu sehr daran gewöhnt, als dass uns noch so richtig bewusst ist, was für eine fantastische Erfindung das ist.
Mit einem Telefon kann ich mit nahezu jedem Mensch auf dieser Erde innerhalb weniger Sekunden ein Gespräch führen, eine Verbindung aufbauen, in Beziehung treten. Es gibt so gut wie keinen Menschen, den ich mit einem Telefon nicht erreichen kann - und das ganz ohne Aufwand.
Einfach so: Nummer wählen und Telefon ans Ohr.
 
Damit ist ein Telefon ein schönes Bild für Gott. So steht Gott mit ausnahmslos jedem Menschen in Kontakt. Ja, es besteht eine regelrechte Dauerleitung zwischen ihm und uns, denn sein Geist ist uns allen gegeben. So erzählt die Bibel mit dem Mythos über die Erschaffung des Menschen, dass Gott dem Menschen seinen Geist eingehaucht hat.
 
Wir alle sind durch diesen Geist mit ihm verbunden; durch ihn stehen wir in Kontakt mit, in Beziehung zu Gott. So kann es zu einem Austausch mit Gott kommen, der tiefer geht als es über ein Telefon möglich ist. Denn Gott bleibt uns nicht äußerlich wie ein Telefon, das ich mir nur ans Ohr halte, das ich aber auch weglegen oder gar verlieren kann. Nein, Gott ist in uns - wohin wir auch gehen. Es gibt kein Funkloch, in das wir uns begeben könnten, und wo wir dann Gott nicht mehr erreichen könnten. Nein, wir haben einen ganz unmittelbaren Draht zu ihm.
Und das Schöne ist: Gott hat weder einen Anrufbeantworter noch ist bei ihm jemals besetzt.
 
Gott ist 24 Stunden am Tag zu erreichen - er ist nie weiter als ein Gebet entfernt. „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“ (Römer 8:15)
 
Ihr Pastor 
                  
 
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3-Minuten-Kirche am 14. Februar 2021
 
 
Mensch, tat das gut, die Sonne in diesen Tagen! Der Blick in die Zukunft ist durch Corona ziemlich eingetrübt. Und auch der Himmel über uns war lange düster und verhangen. Dazu der starke Schneefall, der den Bewegungs-spielraum zusätzlich weiter einschränkte. Und dann am Dienstag strahlend blauer Himmel und Sonne. Das ließ die strenge Kälte draußen glatt vergessen. Und auch das andere Dunkel trat zurück.
So ist das mit dem Licht in der Dunkelheit. Und viel mehr noch als beim Licht der Sonne - so die Verheißung - mit dem Licht in der Dunkelheit, von dem unser christlicher Glaube Zeugnis gibt, das da zu finden ist, wo Gottes Gegenwart zur Erfahrung wird.
Wie das geht?
 
Nun, wir alle kennen, wie sehr ein Mensch sich verändert, wenn er von Herzen in einen anderen verliebt ist, ihn von Herzen schätzt. Der/die frisch verliebte Jugendliche, die freudigen Eltern eines Babys. Das geliebte Gegenüber erfüllt das Leben. Es bewegt, beschwingt mehr noch, als es das Licht der Sonne kann. Das wirkt selbst in düsteren Tagen. Das kann man an Liebenden erleben. Die Beziehung zum geliebten Kind, Freund, Partner ist wie eine lichte wärmende Sonne in ihrem Leben.
Nun haben alle schönen menschlichen Beziehungen dennoch immer ihre Schattenseiten. Trennung, Enttäuschung, Sorge um die Beziehung, um den/die andere/n gehört unausweichlich dazu.
Es gibt aber die Liebesbeziehung, der all diese Schattenseiten fehlen. Eine Beziehung, die jeder Mensch von jung bis alt leben kann, in der alle willkommen sind, ja freudig erwartet werden. Und das ist die Beziehung zu Gott, der uns wie ein liebender Vater zugewandt ist. Gott, wie Jesus uns zu erkennen gegeben hat.
 
Im Buch Richter im Alten Testament steht, was mit denen passiert, die sich auf eine Beziehung zu Gott von Herzen einlassen und in ihr leben, aus ihr schöpfen: Die Gott den Herrn lieb haben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht (Richter 5, 31).
 
Zu werden wie die aufgehende Sonne, die Licht und Wärme bringt und Dunkelheit und Kälte vertreibt - welche Verheißung! Was die wärmende Sonne bewirkt, das haben wir gerade erlebt. Damit wir selbst wie eine aufgehende Sonne werden können, müssen wir erst einmal innerlich von Licht und Wärme erfüllt werden. Bei Liebenden passiert das. Bei Gott liebenden und sich von Gott geliebt Glaubenden passiert das auch nur ohne alle Schattenseiten sonstiger Liebe. Denn diese Beziehung ist von Gott her unverbrüchlich, dafür ist er sogar ans Kreuz und in den Tod gegangen. Ja, diese Beziehung übersteht sogar das Ende, den Tod, weil Gott, der uns in die Beziehung zu sich einlädt, das Leben selbst ist.
 
Wie man diese Beziehung entstehen, wachsen lässt?
Nun, wie jede andere Beziehung auch. Durch Wahrnehmen des Gegenübers mit Herz und Sinn, durch Zeit haben und nehmen für den anderen, durch Teilen dessen, was das Leben ausmacht, das im Gespräch sein, aneinander festhalten in dick und dünn. Wir alle wissen wie das geht. Nun nur nicht allein im Blick auf einen Menschen, sondern im Blick auf Gott.
Tolle Perspektive!
Die Sonne geht auf!
Licht und Wärme im Dunkel, in unserem Leben, in dieser Welt, in der Zukunft, die uns doch nur zu Gott führen kann und wird.
 
Herzlich grüßt Ihr Pastor
                                         
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Monatsspruch Februar 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
(Lk 10, 20)
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