Konfi-Kurzgeschichte
 
 
Im Rahmen eines KU-Projektes haben einige Konfirmand*innen eine Fortsetzungsgeschichte miteinander geschrieben. Es entstand eine kleine Erzählung über Alltägliches, an der bestens abzulesen ist, was den Jugendlichen wichtig ist und was sie derzeit beschäftigt. Der Text zeigt deutlich, dass die Schreibenden ein ausgezeichnetes Gespür dafür haben, was es den Menschen schwer macht und was ihnen guttut.
Ein spannendes uns gelungenes KU-Projekt!
 

 

Es war ein sonniger Dienstag, als Lilly ihre neue Freundin zum ersten Mal sah. Lilly saß ganz hinten im Bus und hing ihren Gedanken nach. Tonja ließ sich seufzend auf den Platz neben ihr fallen. „Boah, was für ein Tag“, sagte sie und musterte Lilly von oben bis unten. „Ich heiße übrigens Tonja. ich bin 12 Jahre alt und ich bin neu in die Stadt gezogen. Mein Tag ist gut gewesen, ich habe meine neue Klasse kennengelernt und sie waren alle sehr nett zu mir. Wie lange gehst du schon hier auf die Schule und hast du Lust dich heute Nachmittag mit mir zu treffen?"

„Ich bin schon seit 3 Jahren auf dieser Schule und heute Nachmittag habe ich Zeit und Lust”, antwortete Lilly.

„Ich freue mich”, sagte Tonja mit einem Lächeln im Gesicht.

„Wann treffen wir uns dann heute Nachmittag?”, fragte Lilly. 
„Wie wäre es mit 16 Uhr?“, schlug Tonja vor. „Ich muss noch Religionshausaufgaben machen. Vielleicht kannst du mir ja helfen. Magst du mir deine Telefonnummer geben?“
„Sehr gerne kannst du meine Handynummer haben und ich helfe dir bei den Reli-Hausaufgaben", meinte Lilly. „Um 17 Uhr gehe ich dann in die Kirche zu einer Friedensandacht. Im Anschluss grillen meine Eltern zu Hause mit Freunden und Nachbarn, da wir seit gestern 4 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen haben und sie sich wohlfühlen sollen und so andere Leute kennenlernen können. Du bist herzlich dazu eingeladen", verkündete Lilly stolz.



Tonja kam wie versprochen zur Grillparty und die beiden hatten viel Spaß. Um 20 Uhr ging sie wieder nach Hause. In dieser Nacht konnte sie gut schlafen. 
Als sie am nächsten Morgen erwachte kniete sie sich aufs Bett und betete für die ukrainischen Soldaten und für die Menschen, die noch dort sind. Danach ging Tonja runter in die Küche, wo ihre Mutter schon auf Sie wartete. Sie frühstückten gemeinsam und Tonja erzählte ihrer Mutter vom gestrigen Abend. „Es war gestern so schön bei Lilly. Darf ich sie vielleicht am Samstag zu uns einladen?" fragte Tonja ihre Mutter. 

 

Nach dem Frühstück ging Tonja zum Bus. Dort traf sie Lilly wieder. Tonja fragte: „Hast du gut geschlafen?" Lilly antwortete: „Ja, habe ich." 
Am Samstagmittag kam Lilly zum ersten Mal zu ihrer neuen Freundin. „Ich will dir mein Lieblingsversteck am alten Baum zeigen. Du wirst es richtig toll finden", freute sich Tonja.
Tonja und Lilly gingen zusammen zu dem alten Baum, wo ihnen zwei Hasen begegneten. Tonja fragte Lilly, ob sie zusammen beten wollen, da Tonja es oft an diesem Baum tat, weswegen sie sich zusammen hinknieten und beteten.
Dabei dachten sie auch an die neuen Jungs und Mädchen, die aus der Ukraine an ihre Schule gekommen sind. Wie sie sich wohl fühlen müssen … so ganz ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können. Zum Glück wurden die Kinder aber in der Schule gut aufgenommen und Tonjas Schulkameradinnen und Kameraden redeten viel auf Englisch mit ihnen.

Dann aber waren ihre Gedanken wieder beim alten Baum den Tonja Lilly ja eigentlich zeigen wollte. „Wollen wir auf den Baum klettern?“ fragte Tonja. Lilly fand die Idee klasse.

„Wir haben hier eine Strickleiter angehängt“, sagte Tonja und sie kletterten nacheinander auf den Baum. Von dort oben aus robbten sie jede auf einen anderen dicken Ast. Sie konnten aus der Höhe gut auf die Straße sehen und die vorbeilaufenden Leute beobachten. „Sieh mal Lilly, dort geht unser Direktor mit seinem Hund spazieren. Und an der Ampel steht Pastor Rotbrunn mit seiner Mutter, die er im Rollstuhl schiebt.“ sagte Tonja.

„Ich finde es echt toll, wie er sich um seine Mutter kümmert“, meinte Lilly.

Die beiden unterhielten sich noch eine ganze Weile. Später kletterten sie vom Baum und machten sich auf den Weg nach Hause. Unterwegs trafen sie den Pastor, der sie fragte: „Kommt Ihr zwei am Freitag um 15.00 Uhr zur Kirche? Wir wollen gemeinsam unsere Kirche erkunden und Kuchen essen."

Lilly und Tonja sagten dem Pastor gerne zu und versprachen, dass sie außerdem noch einige ukrainischen Kinder mitbringen wollten. 

 
 
 
Die Autor*innen sind: Lea Marie Nitsche, Marie Klötzer, Jonas Schellenberg, Vincent Decker, Nina Jakob, Liam Meyer, Nico Klötzer, Pia Grote, Mia Hezek, Soey-Marie Hintzke, Amy Lynn Schone und Fiete Strüver (redaktionell bearbeitet von Andrea Gärtner)
 
Vielen Dank fürs Mitmachen!
 

Monatsspruch Juni 2022

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod.
(Hohelied 8,6)
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