3-Minuten-Kirche am 18. November 2020

 

 

 

„Mir fällt ein Stein vom Herzen:“ Dieses Sprichwort drückt aus, dass etwas gut ausgegangen ist, was mich belastet hat. Die gute Nachricht des Arztes nach einer bangen Zeit des Wartens auf die Diagnose. Ein Streit, der belastet hat, und geschlichtet werden konnte. Die Sorge um die Zukunft, die aufgelöst werden konnte.

Es gibt viele solcher Steine, die uns auf der Seele liegen können und dann das Leben und atmen schwer machen, sprichwörtlich auf die Brust drücken.  Ein unbedachtes Wort, das mich trifft, alte Konflikte, die immer wieder aufflammen und nicht gelöst werden können. Auch wenn ich merke, dass ich jemand anderen verletzt habe, mit dem, was ich gesagt oder getan habe, belastet mich das. Und da, wo sich das klärt und auflöst, fällt die Last von mir ab, da fällt mir ein Stein vom Herzen. Da wird das Leben wieder leichter.

Der Buß- und Bettag ist eine Gelegenheit einmal darüber nachzudenken, was mich bedrückt und belastet. Wo ich auch andere belastet oder verletzt habe. Es ist Gelegenheit, die Steine beim Namen zu nennen, die mich bedrücken und die ich anderen in den Weg gelegt habe.

Am Buß- und Bettag werden wir eingeladen, diese Steine bei dem abzulegen, der gesagt hat: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11, 28) Anders gesagt: Ihr dürft mit all Euren Sorgen, mit allem, was Euch drückt und belastet, zu mir kommen und die Sorgen bei mir abladen. Ich will sie Euch abnehmen und wieder neue Kraft zum Leben schenken. Diese Worte Jesu begleiten mich schon lange. Sie stehen im Altarraum einer Kirche, in der ich sechs Jahre lang Dienst getan und Gottesdienst gefeiert habe. In diesem Altarraum sind symbolisch viele Steine abgelegt worden, die auf Herz und Seele gedrückt haben.

Denn letztlich ist ja jeder Gottesdienst eine Einladung, im Gebet all das vor Gott zu bringen, was mich bedrückt und belastet, genauso übrigens wie das, was mich glücklich macht und für das ich dankbar bin. Bei vielen Menschen mag im Moment die Sorge überwiegen, was die Corona-Pandemie und die nächsten Monate noch mit sich bringen werden. Wir werden wohl noch lange mit den Einschränkungen leben müssen. Unser bisher gewohntes Leben wird durcheinandergewirbelt. Nicht scheint mehr so, wie es war. An vielen Stellen haben sich neue Wege eröffnet, kreative Ideen sind entstanden. Wir können alle nicht mehr so weiter wie bisher. Die Steine, die uns da belasten, mögen unterschiedlich groß sein. Aber ich vertraue darauf, dass sie uns vom Herzen fallen und sich neue Wege zeigen. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber doch in absehbarer Zeit.

 

Ihre Pastorin 

                              

 

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Monatsspruch November 2020

Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.
(Jer 31,9 )
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