3-Minuten-Kirche am 06.06.2021

 

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Die Sonne scheint, Inzidenzzahlen sinken, auch die der Patienten auf den Intensivstationen und der an Corona Verstorbenen. 10 Personen können sich wieder privat treffen, die Schulen, Städte, Geschäfte öffnen unter Auflagen, das Leben kehrt ein ganzes Stück weit zurück.                                 

Zeit zum Aufatmen! Zeit nicht mehr wie gebannt auf die Pandemie zu blicken und ihre Dunkelheiten, sondern das Leben und das Schöne des Lebens wieder in den Blick zu nehmen. Das gibt dem Atem, der Seele Luft. Es tut gut, das Gute wieder zu entdecken. Da keimen Hoffnung und Freude.

Unsere Blickrichtung macht sehr viel aus. Ich kann am frühen Morgen in die Dunkelheit der weichenden Nacht sehen oder mich umdrehen und dem anbrechenden Morgen entgegen-blicken. Die gleiche Situation, die gleiche Vorfindlichkeit und doch ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und Empfindungen. Bedrückende Dunkelheit hier, aufkeimendes Licht da.

Menschen, die Gott vertrauen, Christenmenschen, sind Menschen des Morgens. Sie blicken selbst mit der Dunkelheit im Rücken, dem Licht entgegen. Denn: Das Licht (Gottes) scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen. (Johannesevang. 1,5) Kann sie nämlich gar nicht, weil es Gottes Licht ist, dass alle Finsternis überwindet.

Im Schein dieses Lichtes, mit dem Blick in den anbrechenden Morgen, muss das Dunkel zurückweichen. Und da werden dann auch all die vielen anderen Dinge des Lebens wieder sichtbar, die Grund zur Freude sind und die zuvor vom Dunkel fast verschluckt waren. Wir können aufatmen und neu Freude finden. Zugleich wissen wir um das Dunkel im Hinter-grund, das bedrohlich bleibt. Müssen uns aber nicht wirklich sorgen. Es kann wenig anhaben, solange wir dem Licht zugewandt bleiben. Aber das Wissen um die Bedrohung lässt uns umso achtsamer mit den Dingen umgehen, an denen wir uns freuen können.

Im Vertrauen auf Gott, dem Licht in der Finsternis, wie in der Erleichterung über die bessere Situation können wir aufatmen, Luft holen. Zugleich sollten wir aber nicht vergessen, dass es wichtig bleibt, achtsam zu sein, damit die Dunkelheit nicht wieder stärker Raum greift. Was nützt es uns, aus der Sorge, das Leben zu verpassen, jetzt ohne große Vorsicht alles nachholen zu wollen. Und dann in 4-6 Wochen wieder alles dicht machen zu müssen. Das Leben schöpfen wir nicht aus dem Vielen, was wir haben und erleben, sondern letztlich aus dem Licht Gottes und dem, was wir in ihm entdecken. In seinem Licht können wir wertschät-zend, bewahrend, uns daran freuend mit der Schöpfung, dem Leben, mit den Schönheiten des Lebens umgehen. Nicht länger ist da die Masse an Leben wichtig. Vielmehr sind es die Intensität, Schönheit und bleibende Qualität, die zählen. Das hilft uns in der Pandemie, wie im Blick auf die Bedrohung der Schöpfung, die Klimaveränderung, aber auch im Blick auf uns selbst, unsere Lebensfreude, unseren Lebensmut. Also: Lasst uns ins Licht blicken und aufatmen!                                         

Herzlich grüßt, Ihr Pastor

                                                

 

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