3-Minuten-Kirche am 25. April 2021
 
 
Da merkt man doch gleich, wes Geistes Kind er/sie ist!
 
Kennen wir alle aus der Begegnung mit Menschen, haben es in der großen Politik verfolgen können. Egomanen, Wutbürger, Egoisten, Fanatiker, Hemdsärmelige erkennt man recht schnell an der Art und Weise ihres Verhaltens. Aber solche Kräfte kennen wir auch in uns selbst. Das Wirken von Kräften merkt man an den konkreten Auswirkungen. Das gilt auch für die inneren Kräfte und Motive, die einen Menschen bewegen. Und so manches Mal erschrecken wir dann nicht nur über andere, sondern auch über das, was sich in uns selbst bemerkbar macht.
 
Oft wird gefordert, dass sich die Religion aus den staatlichen Belangen heraushalten solle. Länder wie Frankreich haben das sogar zur Staatsdoktrin gemacht. Stimmt, religiöse Strukturen und Organisationen dürfen nicht zum Staat im Staate werden, denn sie sind menschengemacht und -geführt und damit nicht per se besser als andere. Sie können leider von den gleichen unsäglichen Geistern beherrscht werden, wie alle anderen auch.
 
Was es aber braucht für das Miteinander, für das Wohl einer Gemeinschaft, eines Staatswesens sind Menschen, die sich von der Wirklichkeit Gottes bestimmen lassen. Denn, wo die ist, da ist Achtung des Lebens, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Fürsorge, Liebe, Frieden. Ein Miteinander, eine Gesellschaft, in der diese Kräfte lebendig und präsent sind, ist gesegnet. Und präsent werden sie durch Menschen, die in diesem Geist leben. Nicht, weil sie besser sind als andere, sondern weil sie sich von dieser Kraft bewegen, bestimmen lassen, aus ihr immer wieder neu schöpfen.
 
Wo sie zu finden ist? Das Bibelwort für die kommende Woche aus dem 2. Korintherbrief macht deutlich, woher diese Kraft sich speist: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Und ein neueres Gesang-buchlied (557) besingt es so: Unser Leben sei ein Fest. Jesu Geist in unserer Mitte, Jesu Werk in unseren Händen, Jesu Geist in unseren Werken ...
 
Es wird zu spüren sein für uns selbst und andere, welch Geistes Kind wir hier und jetzt gerade sind, in unserem Handeln, Reden und Tun. Was den Geist Christi ausmacht, das kann man im neuen Testament in Hülle und Fülle nachlesen. Darüber hinaus, sozusagen als upgrade, können wir es verbunden mit ihm, bestimmt von seinem Geist, selbst immer wieder neu erfahren und erleben. Und überall, wo das geschieht, wird das Leben zum Fest für uns und andere.
 
Denn, wer sich von jenen anderen Geistern bestimmen lässt, der tut nicht nur seinen Mitmenschen nicht gut, sondern auch sich selbst. Gegen solche zerstörerischen Geister ist der Geist Gottes auf seine ganz eigene Weise ausgesprochen wehrhaft. Wie Luther sagte: ich stehe hier und kann nicht anders – um Gottes Willen; und wie Menschen es - bestimmt von diesem Geist - tagtäglich in aller Welt vorleben. Deshalb sind zwar Kirche und Politik, aber Gott sei Dank nicht Glaube und Politik zu trennen und schon gar nicht Glaube und unser eigenes Denken und Tun. 
 
Seien Sie behütet im Geiste Gottes!
Herzlich grüßt, Ihr Pastor 
                                         
 

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