3-Minuten-Kirche vom 24. Mai 2020

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich sitze am Schreibtisch und schaue aus dem Fenster. Auf einmal färbt sich die Luft gelb, fast wie bei einem Sandsturm.
Ein heftiger Windstoß hat unsere Kiefer in Bewegung versetzt - die Pollen haben sich gelöst und auf die Reise gemacht.
Pollen sind Wunderwerke der Natur. So besitzen z.B. manche Pollenkörner winzig kleine Luftkammern, die wie ein Fallschirm dafür sorgen, dass sie langsamer zu Boden fallen und dementsprechend weiter getragen werden. So können Pollen Strecken von bis zu 100 Kilometer überwinden. Mit etwas Glück entsteht dann an diesem Ort ein neuer Baum.
Beim Ausstoß der Pollen muss ich an das Corona-Virus denken, das sich ja ebenfalls über die Luft verbreitet. Die Ausbreitung des Virus` hat für uns Menschen zwar schlimme Folgen, aber nichtsdestotrotz ist auch ein Virus eine faszinierende und geniale Erfindung der Natur. Aus der Sicht des Corona-Virus` ist seine Verbreitung rund um den Globus eine riesige Erfolgsgeschichte und ein Beweis für seine Optimierung.
Ich finde es faszinierend, dass im Laufe der Jahrmillionen so unterschiedliche Organismen entstanden sind wie Bäume, Viren oder wir Menschen. Und bei all der Verschiedenheit, gibt es doch auch die eine große Gemeinsamkeit: Jeder belebte Organismus ist geradezu darauf optimiert, am Leben teilzunehmen und es voranzutreiben.
In meinen Augen ist alles was lebt ein Beweis für die schöpferische Kraft des Lebens. Gott will das Leben - und er er will es ganz offensichtlich in dieser Vielfalt und Dynamik, die das Leben nun einmal ausmacht.
Zu dieser Dynamik gehört leider auch, dass sich manches mal ein Lebewesen auf Kosten eines anderen ausbreitet. Das gilt für das Corona-Virus. Für die Menschen ist das Virus eine Gefahr. Doch auch dieses Virus ist Teil des großen Ganzen, das wir Leben nennen.
Die Schöpfung Gottes umfasst soviel mehr als nur uns Menschen - Es dreht sich im Leben nicht nur um uns. Diese Einsicht kann entweder dazu führen, dass wir uns klein fühlen oder aber sie kann uns das Gefühl dafür geben, dass wir Teil eines großen Ganzen sind. Mich jedenfalls erfüllt es mit Ehrfurcht, mir bewusst zu machen, dass ich Teil der Geschichte Gottes mit der Welt bin, die vor Milliarden von Jahren begann.
Und wenn ich mir die Wunder anschaue, die die Natur dabei hervorgebracht habe, kann ich nur zustimmen zu dem, was der Beter im 139. Psalm sagt - und das nicht nur in Bezug auf den Menschen, sondern auf das Leben im Ganzen:
„Ich danke dir dafür, dass ich so wunderbar erschaffen bin, es erfüllt mich mit Ehrfurcht. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar!“ (Psalm 139,14)
 
Ihr  
     
 
 
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Monatsspruch Juli 2020

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.
(1. Kön 19, 7 )
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