3-Minuten-Kirche am 29. November 2020
 
 
1. Advent, die Zeit des Wartens, des Vorbereitens, des Einstimmens auf Weihnachten beginnt.
 
Ist das so?
Auch in diesem Jahr?
Oder tun wir uns schwer mit Adventsstimmung und weihnachtlicher Vorfreude?
 
Mir ist ein Märchen eingefallen:
Ein König hatte zwei Söhne. Als er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen wollte, rief er seine Söhne herbei, gab jedem fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache.“ Der älteste Sohn ging los und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“ Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Er ging zu seinem Vater und sagte: „Ich habe die Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach’ mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“ Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das Zuckerrohr aus der Halle zu entfernen. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“
 
Nur eine Kerze, aber sie macht doch hell. Sie vertreibt die Dunkelheit. Sie macht es licht und warm. Licht in die Dunkelheit des Lebens von Menschen zu bringen, ist viel wichtiger als das Leben mit nutzlosem Zeug vollzustopfen.
 
„Ich bin das Licht der Welt“ sagt Jesus (Joh. 8, 12). In der Adventszeit zünden wir Lichter an, um uns auf die Geburt Jesu vorzubereiten. Jesus macht es hell für uns Menschen.
 
Darauf lohnt es sich zu warten.
Darum werde ich auch in diesem Jahr Kerzen entzünden und mich darauf einstimmen.
 
Ihre und eure Diakonin
                                         
 
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Monatsspruch Januar 2021

Viele sagen: "Wer wird uns Gutes sehen lassen?" HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
(Ps 4, 7)
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