3-Minuten-Kirche am 29. Juli 2020
 
 
Haben Sie mal eine Minute?
Wie kurz ist doch eine Minute! Dabei ereignen sich unglaublich viele Dinge in 60 Sekunden: Weltweit werden knapp 150 Menschen geboren. Zeitgleich kommt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne ungefähr 1800 Kilometer voran. Und unser Körper produziert in einer Minute unfassbare 35.000.000 neue Körperzellen.
Die Beispiele zeigen, wieviel Leben sich in so einer unscheinbaren Minute abspielen kann.
 
Unscheinbar ist ein gutes Stichwort: Wir können die Zeit nicht sehen, anfassen oder schmecken - und doch ist sie wie die Farbe, mit der wir unser Lebensbild malen. Ohne sie, sind wir nicht. Als Christen müssen wir zwar keine Angst vor dem Tod haben, dennoch sollten wir die Zeit, die uns bis dahin gegeben ist, als etwas Kostbares wertschätzen und genießen. So heißt es im Buch Kohelet: „Ich bin zu der Erkenntnis gekommen: Das Beste, was der Mensch tun kann, ist, sich zu freuen und sein Leben zu genießen, solange er es hat.“ (Koh 3,12)
Ich glaube, viele Menschen führen sich allzu oft nicht vor Augen, wie wertvoll die Zeit ist. Ohne konkreten Anlass machen sich wohl nur die Wenigsten ernsthaft Gedanken über die Endlichkeit des eigenen Lebens. Doch das ist schade. Denn gerade das Bewusstsein, dass die Zeit begrenzt ist, kann uns eine viel größere Wertschätzung für den einzelnen Moment geben.
 
Jemand, der mit einer einzigen Flasche Wasser durch die Wüste zieht, weiß jeden Tropfen wertzuschätzen - Im Gegensatz zu jemandem, aus dessen Wasserhahn das Wasser ohne Ende zu kommen scheint. Nur weil die Zeit begrenzt ist, ist sie so wertvoll. Daher sollten wir jeden Moment auskosten und genießen.
 
Die Freude am Leben ist unter den momentanen Umständen zwar nicht ungetrübt, dennoch sollten wir auch jetzt versuchen, der Einsicht des Buches Kohelet zu folgen; nämlich das Leben zu genießen und Gott dafür zu danken.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele schöne, sommerliche Augenblicke!
 
Ihr / euer Pastor 
 
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Monatsspruch September 2020

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.
(2. Kor 5, 19 )
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