3-Minuten-Kirche am 25. November 2020
 
 
Am letzten Sonntag haben wir in den Gottesdiensten unserer Verstorbenen seit dem Totensonntag 2019 gedacht. Am Sonntag davor war Volkstrauertag mit dem Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt im Umfeld der zwei Weltkriege in Europa und bis heute in aller Welt. Zwischendrin dann auch noch Buß-und Bettag und die Friedensdekade mit ihren Andachten.
Immer wieder ein ungeschminkter Blick in die raue und gewaltvolle Wirklichkeit unserer Welt, in der permanent breit ausgefahrene Ellbogen und eine „Hoppla jetzt komm ich  - ganz egal, was das kostet…“ Attitude in der größten Demokratie dieser Erde gerade ganz knapp von der der höchsten Position abgewählt worden sind.
So ist die Welt auch mitten unter uns – leider – immer wieder aufs Neue.
 
Sich mit dem allen zu beschäftigen passt auf der einen Seite gut in diese düstere Novemberzeit. Aber das macht das Leben gerade in Coronazeiten nicht unbedingt schöner und einfacher. Die Welt ist ein bisschen so, wie der Blick in unseren spätherbstlichen Garten, alles abgestorben, farblos und düster.
Aber da mitten drin, da ist sie aufgeblüht. Eine letzte wunderschöne weiße Rose, die mitten in all dem Vergehen Zeugnis gibt von der Kraft und Schönheit des Lebens. Wie ein Wink in düsterer Zeit.
Ich freue mich an ihr und mir fällt die Liedstrophe ein:                           
Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt? Dass das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit, achtet diese nicht gering in der trübsten Zeit. Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht. Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht. Freunde, dass der Mandelzweig, sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, dass das Leben siegt.
 
Die Liebe und das Leben werden siegen trotz allem, weil Gott wirkt, der durch den Propheten Jesaja verheißt: 
Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? (Jes. 43,18f.)
 
Im Vertrauen auf das liebe- und machtvolle Wirken des Vaters im Himmel trotz allem und durch alles Dunkel hindurch haben wir ihm unsere Verstorben, uns selbst und auch Gewalt und Dunkel dieser Welt anbefohlen. (Übrigens: Die letzte Rose in unserem Garten, die vom Leben und der Liebe mitten in allem Vergehen spricht, blüht ausgerechnet und einfach so über dem Grab unseres langjährigen treuen Familienhundes…)
 
Herzlich grüßt Ihr Pastor
                                           
 
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Monatsspruch Januar 2021

Viele sagen: "Wer wird uns Gutes sehen lassen?" HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
(Ps 4, 7)
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