3-Minuten-Kirche am 15. November 2020

 

 

„Nie wieder Krieg!“

So lautet der Mahnruf des Volkstrauertags. Aber ist es überhaupt möglich, dass die Menschheit eines Tages in Frieden lebt?
Ein Blick in die Vergangenheit stimmt pessimistisch: Menschen haben sich schon immer umgebracht. Auch im Tierreich gibt es tödliche Gewalt. Menschliche Gewalt ist ein Erbe von den frühen Primaten, von denen der Mensch abstammt. Der Hang zur Gewalt ist dem Menschen in gewissem Maße angeboren. Dieser Befund scheint die Vermutung noch zu bestärken, dass Menschen sich immer bekämpfen werden.

Doch es gibt auch Hoffnungsvolles zu beobachten: Der Grat an Gewalt schwankt im Laufe der Weltgeschichte. Wie sehr es zu Gewalt und Krieg kommt, hängt von der jeweiligen Gesellschaftsform ab.

Ich glaube, dass Gesellschaften, die der Gewalt nahe stehen, immer schon den Samen ihres eigenen Niedergangs in sich tragen. Ich bin überzeugt, dass solche Gesellschaften nicht auf Dauer bestehen können. Weil sie nämlich dem Leben entgegen stehen, werden sie zwangsläufig zugrunde gehen. In Anlehnung an das Gleichnis vom vierfachen Acker (Markus 4,1-20) glaube ich, dass eine Gesellschaft nur dann wachsen kann, wenn sie auf einem guten Grund steht. Und Kampf und Krieg ist eben kein guter Grund.

Ich sehe aber auch, dass die Menschheit noch einen langen Weg vor sich hat, bis es keine Kriege mehr gibt. Ich denke, zunächst muss ein Umdenken stattfinden in die Richtung, dass die Menschheit sich als ein großes Ganzes begreift; dass nicht mehr in Völkern und Staaten gedacht wird, sondern von der Menschheit als Ganzes. So schlimm Corona ist, führt es uns doch vor Augen, dass die Weltbevölkerung eine einzige große Gesellschaft ist.

Wir alle sind gleichermaßen von Corona betroffen - hoffentlich lernen wir irgendwann einmal, genau so auch an einem Strang zu ziehen und füreinander da zu sein.

Das jedenfalls ist das Ziel, das Gott für uns Menschen hat - und ich kann einfach nicht glauben, dass wir ihm in die Quere kommen können.

Ihr/ euer Pastor

                               

 

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Monatsspruch Dezember 2020

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
(Jes 58,7)
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