3-Minuten-Kirche am 23. September 2020
 
 
Ach Du je…!
Da bin ich gerade mit dem Fahrrad losgefahren, den ersten Berg hoch und wieder runter auf der anderen Seite. Da blitzt in mir die Frage auf: „Hast Du eigentlich die Tür richtig zuge-macht?“. Ich könnte jetzt umdrehen und den Berg wieder hochfahren. Dazu habe ich eigentlich keine Lust. Oder ich könnte weiterfahren, hätte dann aber die ganze Zeit die Frage in mir: Hast Du wohl – oder steht da alles offen? Dazu die Sorge, dass irgendwer die Gelegenheit wahrnimmt und sei es nur die Katze, die ab und zu draußen was zu fressen bekommt. Also ich habe mich dann doch entschlossen den Berg wieder hoch und zurückzufahren.
 
Bestimmt kennen Sie das Wort von Jesus aus der Bergpredigt: Sorget nicht! Aber ist das nicht lebensfremd? Sorglosigkeit und Leichtsinnigkeit liegen dicht beieinander. Und die Folgen sehen wir z.B. auch an den wieder deutlich steigenden Zahlen von Erkrankten. Sorge ist eine vernünftige Lebenshaltung. Denn sie schließt ein, dass ich und auch andere Fehler machen können, dass wir nicht alles im Griff haben und auch nicht alles irgendwie gut gehen wird. Sorge ist also ein Zeichen von Realismus, Demut, Einsicht in die Wirklichkeit.
Vorsorge und Fürsorge sind wahrlich nichts Schlechtes, sondern oft sinnvoll und hilfreich, ja angebracht.
 
Der biblische Wochenspruch ist mir da erstmal näher, als das sorget nicht. "All Eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für Euch." (1. Petrus 5,7).
Sprich: Sorge ist normal, entscheidend ist, wie ihr damit umgeht. Aber auch das Vertrauen auf Gott kann zur Sorglosigkeit führen, die leichtsinnig ist. So gab es am Anfang der Pandemie durchaus unter frommen Christen durchaus die Einstellung: Wir brauchen in Gottesdiensten keine Vorsorge. Wir können alles so machen wie gewohnt. Gott wird schon aufpassen. Naja, es gab dann ja auch die entsprechenden Ergebnisse solcher Sorglosigkeit. Also Vorsorge, Fürsorge auf jeden Fall ja. Aber das Vertrauen auf Gott bewirkt, dass diese Sorge nicht mehr so bedrängen muss, alles bestimmt.
 
Beispiel gefällig? Jakob, so erzählt die Bibel, hat große Sorge, ja genau genommen eine Heidenangst, dass sein Bruder Esau, den er vor langer Zeit über´s Ohr gehauen hat, sich fürchterlich an ihm rächen wird.  – Nicht unberechtigt! -
Er macht nun zweierlei. Er sorgt vor: Er teilt seine Angehörigen, seinen beträchtlichen Besitz in zwei Lager auf, damit, wenn der Bruder mit seiner Mannschaft über das eine herfällt, die anderen entkommen. Und er gibt ab von seinem Besitz, schickt von seinen Tiere Herden voraus, um sie den Bruder zu schenken, ihn zu versöhnen. Angst, Sorge, dass das ganze schief gehen könnte, hat er immer noch, zu Recht. Und deshalb ringt er im Gebet mit Gott und bittet ihn, dass die Versöhnung gelingen möge und die Familiengeschichte nicht in einer Tragödie endet. Die Bibel erzählt, dass Gott wirklich durch seine Engel auf den grimmigen Bruder einwirkt und die Begegnung im Guten verläuft.
 
Übrigens meint Jesus mit seinem: "Sorget nicht" genau das. Lasst die Sorge nicht Euer Leben beherrschen, denn ihr könnt es bei aller Sorge im Letzten nicht sichern. Also, so Jesus weiter: Seht doch die Blumen auf dem Felde, die sorgen sich nicht und gedeihen doch.                  
            
Deshalb auch im Blick auf diesen Herbst und die durchaus bedenklichen Zahlen: Vernünftige Vor- und Fürsorge Ja! Und dann, wie Jakob es tut: All Eure Sorge werfet auf Gott, denn der sorgt für Euch!
 
Erlebt hab ich selber das schon manchmal, was der Beter im 23. Psalm beschreibt: Der Herr ist mein Hirte….! Lesen Sie mal nach!
 
Seien Sie behütet! Herzlich grüßt Ihr Pastor 
 
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Monatsspruch Oktober 2020

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl.
(Jer 29,7 )
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