3-Minuten-Kirche am 15. Dezember 2021
 
 
Dass Olaf Scholz bei seiner Vereidigung zum Bundeskanzler auf den Zusatz „So wahr mir Gott helfe“ verzichtet hat, ging zwar durch die Presse, hat aber keine große Aufregung verursacht. Dabei ist Olaf Scholz nicht nur überhaupt erst der zweite Bundeskanzler, der auf diese fünf Worte verzichtet - Er ist sogar der erste Bundeskanzler, der kein Kirchenmitglied ist.
 
Mancher wird es bedauern, dass das politische „Oberhaupt“ so kirchenfern ist - andererseits ist das wohl die neue Normalität. Denn das Christentum in der klassischen Form sowie die Kirche verlieren in Deutschland zusehends an Relevanz und Anhängern.
 
Das Positive ist: Der Glaube, die Suche und Frage nach Gott selbst nimmt nicht im gleichen Maße ab. Studien belegen sogar, dass sogar unter Jugendlichen der Glaube durchaus noch weit verbreitet ist. So kommt eine Umfrage der Universität Tübingen zu dem Ergebnis, dass 52 % der Jugendlichen an Gott glauben. Nur mit der Kirche können sie, und meistens auch die Eltern, nicht mehr viel anfangen. Kirche wird sich also verändern - zwangsläufig. Denn entweder schafft sie es, sich dem Zeitgeist anzupassen und gewinnt wieder an Relevanz. Oder sie  schafft es nicht, und verliert so weiter an Relevanz.
 
Die Kirche wird sich ändern. Und auch wenn dieser Wandel uns als Kirche aufgezwungen wird und Nachteile mit sich bringt, will ich dennoch optimistisch bleiben. Denn grundsätzlich halte ich Veränderungen und Wandel für etwas Gutes. Denn sie sind ein Zeichen von Lebendigkeit und Fortschritt. Eine lebendige Kirche, die sich verändert und entwickelt, scheint mir jedenfalls besser zu sein als eine Kirche, die erstarrt ist und beim ewig Gleichen bleiben will.
 
Auch wenn die Zukunft ungewiss ist, gehe ich ihr doch voll Vertrauen entgegen, und halte mich an die erste Strophe meines Lieblingschorals: „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.“
 
Ihr/ euer Pastor: Tetje Limmer
 

Monatsspruch Februar 2024

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.