3-Minuten-Kirche am 27. Juni 2021
 
 
In jedem Fußballspiel gibt es sie; die Halbzeit. Eine Unterbrechung des Spielgeschehens nach 45 Minuten.
 
Vom Kirchenjahr her betrachtet befinden wir uns auch gerade in der Halbzeit. Denn diese Woche war Johannistag. Er liegt genau in der Mitte zwischen zwei Heiligabenden, also am 24. Juni. Und ich muss sagen: Ich mag diesen Tag. Ich mag es, mir in der Sommerzeit zumindest für einen kurzen Moment den Winter und auch Heiligabend ins Bewusstsein zu rufen. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Zeitreise.
So denke ich zurück an das letzte Weihnachtsfest, rufe mir in Erinnerung, wie es war - so hatten wir ja letztes Jahr unsere Freiluft-Weihnachtsaktion mit dem Weihnachtsweg. Und ich blicke auch schon voraus - und rufe mir ins Bewusstsein, dass das kommende Weihnachtsfest näher ist, als das vergangene zurückliegt.
 
Halbzeitpausen sind beim Fußball genau wie im Leben etwas Gutes. Es ist sinnvoll, sich solche Auszeiten zu nehmen und zurückzublicken, sich zu fragen „Wie ist es gelaufen? Was heißt das für die Zukunft?“. Solche Pausen können dazu dienen, Kraft zu tanken und sich neu auszurichten. Gerade, wenn man sich von einer Tätigkeit zur nächsten hetzt oder wenn man sich umgekehrt von einer Zerstreuung zur nächsten hangelt, tut es gut, sich so eine bewusste Auszeit selbst zu verordnen.
Das ist den Menschen auch schon zu Zeiten aufgefallen, als das Leben noch nicht so hektisch bzw. überladen war wie heute. Seit vielen Jahrhunderten gibt es die Tradition, dass die Kirchenglocken zu bestimmten Zeiten am Tag läuten, um die Menschen zum Gebet und zur Besinnung aufzurufen. Das Geläut ist so etwas wie der Pfiff des Schiris beim Fußball, mit dem deutlich wird: So, jetzt erstmal runter vom Platz, kurz verschnaufen, innehalten und dann mit neuer Kraft weitermachen.
 
Vielleicht denken Sie ja beim nächsten Mal an diese alte Tradition, wenn Sie Ihre Kirchenglocken läuten hören!?
 
Ihr Pastor 
                 
 

Monatsspruch August 2021

Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!
(2 Könige 19,16)
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