3-Minuten-Kirche am 23. Mai 2021
 
Bild: pixabay
 
Wir feiern jetzt fast sonntäglich Konfirmationen. Da sind KonfirmandInnen, die im letzten Jahr wegen Corona nicht feiern konnten und da sind die von diesem Jahr. Und nun können alle aufgrund von Abstands- und Hygieneregeln nur in Kleingruppen konfirmiert werden. Oft besteht dann der verständliche Wunsch, dass die zu zweit oder dritt zusammen konfirmiert werden, die sich auch sonst gut verstehen.
 
Wie war das bei Ihrer Konfirmation? Früher ging es strikt nach Alphabet, wer mit wem vor dem Altar stand. Später haben wir überlegt, die Konfirmationen sollten für die KonfirmandInnen so entspannt wie möglich sein. Warum also nicht zwei Freunde, zwei Freundinnen vor dem Altar zusammen einsegnen? Die Gruppe war ja trotzdem komplett dabei.
Und dieses Jahr soll es unter den gegebenen Bedingungen erst recht so schön wie möglich sein. Mit dem Ergebnis, dass die beiden Freundinnen oder Freunde mit ihren Familien auf einmal ganz allein sind, weil mehr ja gar nicht kommen dürfen. Dazu wird das manchmal schwierig, weil KonfirmandInnen übrigbleiben, mit denen keiner der anderen viel Kontakt hat.
 
Bei allem Bestreben die Konfirmation so menschenfreundlich wie möglich zu gestalten, wenn es so kommt, dann stimmt etwas nicht. Die KonfirmandInnen heiraten ja nicht. Dann wäre die Wahl des richtigen Partners am Altar unabdingbar. Sondern sie sagen persönlich ja zu einem Leben mit Gott, im Vertrauen auf ihn, in der Suche nach seinem Willen, seiner Liebe und damit zugleich zu einem Leben als Kind Gottes, in seiner Gemeinde. Auch der/die andere, der/die mit konfirmiert wird, den/die sie vielleicht nicht so gut kennen, ja der/die ihnen nicht nur sympathisch ist, tut das, Ja sagen zu einem Leben mit Gott, als Kind Gottes. Und damit gehören nun beide, ob befreundet oder nicht, zur Gemeinschaft der Christen, sind sie beide auf dem Weg mit Gott Weggefährten, Bruder und Schwester in Christus – wie Christen das traditionell beschreiben.
 
Deshalb, so schön und harmonisch Konfirmationen im Freundeskreis auch sein mögen, es droht etwas Entscheidendes verloren zu gehen, was Konfirmation, Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinde ausmacht.
 
Und das beschreibt der Kolosserbrief so: Gott hat euch als seine Heiligen (= zu Gott gehörigen) erwählt, denen er seine Liebe schenkt. Darum zieht nun an herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Freundlichkeit und Geduld. Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander. Wie der Herr Euch vergeben hat, so vergebt auch ihr. Und über all das legt die Liebe (Gottes) an. Sie ist das Band, das alles vollendet und zusammenhält. (Kol. 3, 1 ff i.A.)
 
Das nämlich macht es aus, ein Kind Gottes zu sein. Und dafür haben die KonfirmandInnen sich entschieden. Dafür ist die gemeinsame Konfirmation mit jemand, der nicht Freund/in ist viel passender, weil so zum Ausdruck kommt, was Christsein ausmacht: Wir knien oder stehen hier im Segen zusammen, nicht, weil wir uns schon immer mochten, sondern weil wir beide zu Gott Ja sagen und seine Liebe uns in der Gemeinde zusammenführt.
 
Das, was Christsein ausmacht, tut uns nicht nur in der Gemeinde gut, sondern ist als Beitrag der Christen gerade in dieser Zeit gefragt. Deshalb hat der Bundespräsident gerade dazu aufgerufen, dass Kirchen/Christenmenschen einen versöhnenden und heilenden Beitrag leisten, für eine durch Corona in manchem zerrissene Gesellschaft.
 
Herzlich grüßt Ihr Pastor 
                                           
 

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