3-Minuten-Kirche am 28. März 2021
 
 
Advent ist im Dezember! Und Ostern erst am Ende der Passionszeit! Das möchte ich manchmal allen Ungeduldigen zurufen, die schon ab Oktober beginnen, ihre weihnachtliche Lichterdeko zu installieren. Oder eben mitten in der Fastenzeit bunte Ostereier in die Büsche hängen. Es ist noch nicht so weit!
 
Ich frage mich oft, woher es kommt, dass viele Menschen aus dem Rhythmus gekommen sind. Ist es darauf zurückzuführen, dass sie um die Bedeutung der Feste und ihrer Zeichen nicht wissen? Oder liegt es daran, dass die hellen, bunten und froh machenden Symbole heftig herbeigesehnt werden, um dem Dunklen etwas entgegenzusetzen?
 
Sowohl die tristen Herbsttage als auch die Wochen vor Ostern, in denen wir uns an das Leiden Jesu Christi erinnern, sind schwer auszuhalten. Das sehe ich ein. Den Wunsch, der Bedrängnis, der Not, dem Dunkel unseres Lebens etwas gegenüber zu stellen, kann ich nachvollziehen. Allerdings bin ich überzeugt, dass die Freude größer ist, wenn ich das Tal vorher durchschritten habe. Der Himmel wird erst schön, durch ein paar Wolken. Den Trost des Lichts weiß ich nur zu schätzen, wenn ich die Dunkelheit erduldet habe. Das österliche Festmahl schmeckt besser mit den Erfahrungen der zurückliegenden Fastenzeit.
Keine Auferstehung ohne vorherigen Tod.
 
Wer genau hinschaut, kann schon in der Passionszeit kleine Hoffnungsschimmer finden. In den Passionsberichten des Johannesevangeliums kündigt Jesus an: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Joh. 12, 24)
Doch nicht nur in der Bibel – auch draußen in unserem Alltag sehen wir allerorten die aufkeimende Hoffnung. Jedes zarte Grün, das uns entgegenwächst, macht deutlich, wie blühend das Leben nach der dunklen Zeit sein wird.
 
Die Evangelische Jugend im @Kirchenkreis_Walsrode hat eine prima Idee, um dem Durchhaltevermögen aufzuhelfen. Einige Löcher in den Boden einer Konservendose stechen, Banderole anmalen und dran kleben, eine Blume hinein – fertig sind die #Hoffnung(s)pflanzen. Die machen sich wunderbar im eigenen Zuhause, aber auch als Geschenk.
 
 
Sichtbare Knospen der aufblühenden Hoffnung wünscht
 
Diakonin
                  
 
  
 

Monatsspruch September 2021

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig; ihr kleidet euch, und keinem wird warm; und wer Geld verdient, der legt's in einen löchrigen Beutel.
(Hag 1,6)
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