3-Minuten-Kirche am 14. März 2021
 
 
Tja, es will wohl noch nicht besser werden … Ein Jahr Pandemie in diesen Tagen. Ein Jahr Einschränkungen, Homeschooling, Masken, Distanz, wirtschaftliche Nöte, fehlende Gemeinschaft. Ja es reicht! Mir auch!
Und nun erfahren wir, es reicht doch nicht. Wir müssen noch weiter durchhalten. Die Zahlen steigen wieder, nun gerade auch bei jungen Menschen. Gerade wird gemeldet, dass Thüringen keine Impftermine mehr vergibt, weil Astra Zeneca nicht - wie erwartet - geliefert wird.  Also weiter warten, hoffen, bangen. Es reicht eben doch noch nicht. Auch, wenn wir uns das so sehnlichst wünschen.
 
Im Frühjahr letzten Jahres gab es eine Phase, in der mehr und mehr die Solidarität in schwieriger Zeit in den Vordergrund rückte. Sich zurücknehmen für die Gesundheit aller, Einkaufen für andere, Kontakte pflegen über Telefon und Internet, der gemeinsame Kampf gegen die Bedrohung, machten den massiven Lockdown erträglich und erfolgreich.
Dass diese Einstellung dauerhaft hält, wie manche hofften, hat sich leider nicht bestätigt. Heute werden oftmals eher die Lücken im Schutzsystem gesucht, vor Gericht eingeklagt und genutzt. Was nicht ausdrücklich verboten ist, wird gemacht. Das Ergebnis kann man an den täglich steigenden Inzidenzzahlen verfolgen.
 
Für mich ist die Frage, kommen wir wieder zu mehr Fürsorge zueinander und Solidarität oder laufen wir jeder auf seine Freiheit und sein Recht pochend in eine 3, 4, 5 Welle. Dann wird es mit jeglicher Freiheit für jeden ganz schnell wieder ein Ende nehmen.
 
Mir fällt in zugegeben mühsamer und für viele schwerer Zeit das biblische Wort ein: Geduld ist Euch Not, auf dass Ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. (Hebräer 10,36)
 
Ein Wort, das übrigens in eine mindestens ebenso schwere Zeit gesprochen wurde. Die Geduld, die Fürsorge füreinander, das Zurücknehmen des eigenen (verständlichen) Freiheitsdrangs wieder freier zu leben, und das zum Nutzen aller, entspricht in diesen Zeiten sicher dem christlichen Gebot der Nächstenliebe. Leider gilt die Notwendigkeit dafür wieder und wieder verstärkt. Aber nur so werden wir miteinander die Zukunft gewinnen und hinterher in einem Umfeld leben, das lebenswert ist.
Vielleicht ist eine Chance, die guten Ansätze und Emotionen füreinander aus dem Frühjahr letzten Jahres neu zu erleben und im zweiten Anlauf doch etwas davon zu bewahren für die Zeit danach. Und letztlich steht ein solcher Weg mit- und füreinander unter der Verheißung des Geleites und des Segens Gottes.
 
Also lasst uns zusammen noch einmal neu aufbrechen. Es lohnt sich!
 
Ihr Pastor 
                  
 

Monatsspruch April 2021

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
(Kolosser 1, 15)
© 2008 Kirche im Saaletal | Joomla 1.5 Templates by vonfio.de