3-Minuten-Kirche am 17. Februar 2021
 
 
Ja, ich gebe es zu: Ich mag keinen Schnee. Im Gegenteil. Ich finde ihn sogar richtig doof. Er ist weiß und kalt und nass und die Welt ist monochrom und trist, wenn Schnee liegt.
Wann immer ich das sage, entgegnen mir andere: „Aber wenn die Sonne scheint, ...“ 
 
Jaja, dann sieht es hinreißend aus draußen, so glitzernd, ich weiß. Ich mag ihn trotzdem nicht! Von mir aus kann er da liegen und glitzern, solange ich drinnen bin. Aber wenn ich rausgehe, dann hätte ich gern, dass dieses weiße, kalte, nasse Zeugs verschwunden ist. Ich hab’s nicht so mit Schlitten fahren, Snowboarden, Schneemänner bauen, Schneeballschlachten, ...
 
Dennoch hat mir der Schnee dieser Tage häufig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich habe so viele Bilder und Videos von vergnügten Menschen gesehen, wie schon lange nicht mehr. Nicht nur für Kinder war das Rodeln und Toben im Schnee eine erlösende Abwechslung im angespannten Lockdown-Alltag. Engel mit seinem Körper in den Schnee zu malen, war die neueste Challenge – wahlweise bekleidet oder nur in Unterwäsche. Fotos von eindrucksvollen Schneeformationen, Winterwaldwegen und meterhoch aufgeschippten Schneebergen schwirrten durch die sozialen Medien.
 
Auch ich habe das Haus natürlich trotzdem verlassen und so manchen Winterspaziergang unternommen. Ich bin im Flockengestöber durch knietiefen Schnee gestapft, bei strahlendem Sonnenschein über geschobene Waldwege geschlendert und habe nicht wenige glitzernde Schneefotos geschossen. Denn was aus Schnee- und Eiskristallen für unvergleichliche Kunstwerke entstehen – das finde ich ehrlich imponierend! Jede Schneeflocke ist nämlich – so wie wir Menschen – einzigartig. Keine gleicht der anderen. Demzufolge liegt da draußen ein riesiger Schatz einmaliger Wunderwerke. 
 
„Wie zahlreich sind deine Werke, Herr. In Weisheit hat du sie alle gemacht. Die Erde ist voll von deinen Gütern.“ So preist schon der Beter des 104. Psalms den Reichtum der Schöpfung. Es mag mir nicht alles gefallen (Schnee, Spinnen, Schachtelhalm, ...), doch das Staunen habe ich nicht verlernt.
Nur wer staunen kann, wird Wunder entdecken. 
 
In diesem Sinne wünsche ich eine wundervolle Woche und grüße herzlich
 
Diakonin
               
 
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Monatsspruch Februar 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
(Lk 10, 20)
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