3-Minuten-Kirche am 27. Januar 2021

 

 

 

Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Gedenktag bezieht sich auf die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und die beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945, also heute vor 76 Jahren. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog sagte bei der Proklamation des Gedenktages: Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

„Die Erinnerung darf nicht enden…“ Diese Worte möchte ich unterstreichen. Noch immer gibt es Überlebende, die ihre Geschichte erzählen, damit sich diese Geschichte nicht wiederholt. Sie werden von Jahr zu Jahr weniger. Und der Antisemitismus in Deutschland nimmt wieder zu. Das zeigt nicht nur der Anschlag auf die Synagoge in Halle im Herbst 2019. Umso wichtiger ist, dass die Geschichten der Opfer des Nationalsozialismus weiterhin erzählt werden, dass man sich weiter an sie erinnert. Eine Geschichte, die wir im Gemeindeverband in der Arbeit mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden immer wieder erzählen, ist die Geschichte von Anne Frank. Ihre Familie ist zuerst aus Deutschland in die Niederlande geflüchtet und hat sich dann im Hinterhaus der Firma versteckt, die Annes Vater gehörte. Ihr Versteck wurde verraten. Auch die Familie Frank wurde nach Auschwitz deportiert. Anne und ihre Schwester Margot kamen später nach Bergen-Belsen, wo sie kurz vor Kriegsende an Typhus gestorben sind. Ihre Mutter ist in Auschwitz gestorben, einzig Annes Vater hat überlebt und später Annes Tagebuch veröffentlicht. In der Gedenkstätte in Bergen-Belsen erinnert ein Grabstein an Anne und ihre Schwester Margot, auch wenn man nicht weiß in welchem der Massengräber sie begraben sind. Der Besuch der Gedenkstätte und des Grabsteins ist Teil des Konfirmand*innen-Projektes. So wie Anne ist es Millionen anderer Menschen gegangen, weil sie jüdischen Glaubens waren, politische Gegner oder homosexuell. „Eine Leuchte des HERRN ist des Menschen Geist“ (Sprüche 20, 27) steht auf Annes Grabstein. Lassen wir uns gerade heute daran erinnern, dass alle Menschen gleich wertvoll sind, egal, wo sie herkommen, welche Meinung sie vertreten oder welcher Religion sie angehören.

Ihre Pastorin 

                        

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Monatsspruch Februar 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
(Lk 10, 20)
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