3-Minuten-Kirche am 24. Januar 2021
 
 
Um Weihnachten ging im Internet ein Video rum, in dem die Queen auf das vergangene Jahr zurückblickt. Am Ende des Videos führt sie einen Tanz auf, den sie extra für ihren Internetauftritt bei Tiktok einstudiert hat. Dazu tanzt sie schließlich sogar auf dem Tisch herum.
 
Das Video ist natürlich nicht echt - sieht aber täuschend echt aus. Computer machen es mittlerweile extrem leicht, solche gefälschten Videos herzustellen. Bereits in wenigen Jahren werden diese sogenannten Deepfakes für einen Menschen nicht mehr als „fake“ zu erkennen sein.
 
Dass nicht jedes Foto die Realität abbildet sondern überarbeitet und verfälscht worden sein kann, daran haben wir uns bereits gewöhnt. Der nächste logische Schritt sind Videos samt Ton. Wir gehen auf ein Zeitalter zu, in dem wir unseren Augen nicht mehr trauen können. Diese technische Entwicklung wird unsere Gesellschaft in eine neue, schwierige Situation bringen. Denn zukünftig wird die Frage, wem bzw. was man überhaupt noch glauben kann, nicht mehr mit dem Verweis auf Fakten, Beweise oder Dokumente zu begründen sein. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass in Zukunft alles eine perfekt Fälschung sein kann und wir insofern unser Urteil schlicht nicht mehr auf dem gründen können, was wir sehen und hören.
 
So problematisch diese Entwicklung sein kann, so sehr rückt sie zugleich auch den Glauben in ein neues Licht. Denn Glaube hatte immer damit zu kämpfen, dass er sich nicht beweisen ließ. So galt und gilt der religiöse Glaube vielen Menschen als albern oder abwegig, weil es keine Beweise für Gott gibt. Doch nun dreht sich der Spieß in gewisser Hinsicht um. Denn es wird sich die Einsicht durchsetzen, dass etwas Sicht- bzw. Hörbares durchaus kein Beweis dafür sein muss, dass etwas wahr ist.
 
Glaube hat sich nie auf Fakten gegründet - Glaube hat immer mit einer inneren Überzeugung ohne Beweise und einer persönlichen Erfahrung mit Gott zu tun. Insofern trifft Jesus den Kern des Glaubens wenn er zum ungläubigen Thomas sagt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Selig ist, wer in dieser Welt und den Menschen mehr sieht als dem äußeren Anschein nach zu sehen und zu erwarten ist.
 
Ihr/ euer Pastor 
                         
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Monatsspruch Februar 2021

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!
(Lk 10, 20)
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