3-Minuten-Kirche am 13. Januar 2021

 

Foto: F. Siegemund/privat

 

In der Kathedrale Saint-Lazare in der Stadt Autun in Frankreich finden sich an den Pilastern im Kirchenschiff Darstellungen unterschiedlicher biblischer Geschichten. Eins dieser Kapitelle, das mich immer wieder begleitet, ist die Darstellung oben auf dem Foto. Es sind die drei Weisen, die Sterndeuter, die nach Bethlehem gekommen sind, um den neugeborenen König, Jesus, anzubeten. Auf ihrer Suche nach dem neugeborenen Kind kommen sie zuerst nach Jerusalem, zum König Herodes, der über die Nachricht eines neugeborenen Königs gar nicht erfreut ist. Er schickt die Sterndeuter quasi als Kundschafter voraus, damit sie ihm genau Bericht erstatten, wenn sie denn das Kind gefunden haben. So befindet sich Jesus nicht lange nach seiner Geburt schon in großer Gefahr, denn Herodes duldet neben sich keinen anderen König. Das wissen die Sterndeuter aber nicht, die sich so über die Geburt des neuen Königs freuen. Es ist ein Engel, der ihnen im Traum erscheint und ihnen sagt, dass sie nicht zu Herodes zurückgehen sollen. Hier auf dem Relief ist es eine zarte Berührung des Engels. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand berührt er sanft die Hand des einen Weisen, der die Augen offen hat. Hat ihn die Berührung geweckt? Oder lag er schon wach, weil er nach den aufregenden Erlebnissen nicht schlafen konnte? Mit der anderen Hand zeigt der Engel auf den Stern: Geht nicht zurück zu Herodes, nehmt einen anderen Weg, lasst Euch auch hier wieder vom Stern Gottes leiten.

Die drei haben einen langen, beschwerlichen Weg auf sich genommen, weil sie den Stern gesehen und eine große Hoffnung mit ihm verbunden haben. Diese Hoffnung hat sich für sie erfüllt. Das Licht dieses Sterns gibt uns bis heute Hoffnung in dunklen Zeiten. Er leuchtet auch jetzt noch. Von diesem Licht der Hoffnung fühle ich mich oft getragen, gerade in dieser Zeit. Und manchmal berührt mich auch sanft ein Engel, in einem Gespräch, einer Mail oder einem Brief und macht mir Mut für den Weg, der vor mir liegt. Auch wenn ich nicht weiß wohin mich dieser Weg führt, vertraue ich darauf, dass ich begleitet bin und geleitet werde, durch alle Dunkelheiten hindurch.

Solch ein Hoffnungslicht und eine Berührung des Engels in dunklen Zeiten wünscht Ihnen Pastorin

                                                                                                                                                                 

 

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Monatsspruch Januar 2021

Viele sagen: "Wer wird uns Gutes sehen lassen?" HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!
(Ps 4, 7)
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