3-Minuten-Kirche am 22. Juli 2020
 
 
Kennen Sie den gleichnamigen Film von Roberto Benigni?
Er erzählt die Geschichte eines Vaters, der während des dritten Reiches mit seinem Sohn in ein Konzentrations-lager kommt. Die Situation ist übel, ja beklemmend. Dem Vater aber ist klar: jammern, klagen, verbittern wird die Situation nicht verändern, sondern sein Leben - und noch viel wichtiger - das seines Sohnes nur umso mehr belasten. Deshalb versucht er für sich und für ihn das Allerbeste draus zu machen. Er sucht mit ihm und für ihn die guten Seiten des Lebens selbst noch unter solchen Bedingungen. Er genießt mit ihm all das, was an Gutem trotz allem möglich ist. Und er nimmt die Situation mit Humor, macht die bedrängenden Gegebenheiten zu einem Spiel, in dem es sich gemeinsam zu bewähren gilt. Über allem steht: Das Leben ist schön und soll auch schön bleiben – trotz allem.
 
Ich finde, das ist ein ausgesprochen hilfreicher Ansatz immer und erst recht in diesen speziellen Zeiten. Das Leben ist und bleibt schön, auch und gerade jetzt. Manchmal entdecken wir gerade dann, wenn etwas bedroht, nicht mehr selbstverständlich ist, wie wichtig, schön und lebenswert es ist, Begegnungen mit lieben Menschen etwa. Und das achtsam und ja, auch auf Abstand, gerade, weil sie uns lieb und wert sind und wir uns gegenseitig schützen wollen.
Ja, es ist wirklich schön, ein befreundete Paar nach langer Zeit wieder draußen auf der Terrasse sehen können. In nicht immer einfachen Zeiten spielerisch nach dem zu suchen, was alles geht, ohne einander zu gefährden, kreativ umgehen mit dem, was jetzt nötig ist – wie viele schöne Motive für Atemschutzmasken es inzwischen gibt, oder andere Formen der Begegnung suchen z.B. über Internet und  Telefon oder auch das Zuwinken und freundliche Zunicken über den Zaun, beim Einkauf. Das tut uns gut.  
 
Ja, das Leben ist und bleibt schön, wenn wir das Beste draus machen, spielerisch und kreativ mit dem Leben und der Situation umgehen, seiner Schönheit nachspüren und es gleichzeitig, soweit es in unserer Macht liegt, schützen, gerade weil es schön und lebenswert ist.
Und dazu ist es auch noch – so glauben wir als Christen - trotz aller Bedrohung von Gott bewahrt. Sagt Gott doch z.B. in Jesaja 43,1, einem beliebten Taufspruch und dem Wochenspruch dieser Woche zu: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
 
Wenn das Vertrauen darauf keine gute Basis ist, das Leben so gelassen, spielerisch und zugleich verantwortlich wie nur möglich zu leben, wie der Vater im Film für sich und seinen Sohn?    
 
Herzlich grüßt sie, Ihr Pastor  
 
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Monatsspruch August 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Ps 139,14 )
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