3-Minuten-Kirche am 17. Juni 2020
 
 
„Nein über den Tod hat er zu Lebzeiten nicht gesprochen. Er wollte ja leben! Da mochte er wohl nicht daran denken.“
 
Das Dumme ist nur, man entgeht ihm damit nicht, dem Tod und seinen Auswirkungen.
Beispiel gefällig?
 
Nun, die menschlichen Reaktionen auf die Pandemie, zeigen seine Macht über uns, ohne dass wir das wollen. Da war und ist die Angst das Leben zu verlieren. Ich meine jetzt nicht eine begründete Sorge um die wirtschaftliche Existenz, auch nicht die vernünftige Fürsorge für die eigene Gesundheit oder die eines nahen Menschen. Ich meine vielmehr die Angst das Leben zu verlieren, die Verzweiflung es nicht sichern zu können und die daraus folgende Panik, wie sie sich u.a. in Hamsterkäufen von Toilettenpapier(!), Mehl, Hefe und wer weiß noch was zeigte. Und bestimmt von der gleichen Todesangst,der daraus erwachsenden tiefen Sorge, das beschränkte Leben nicht genügend ausschöpfen zu können, bei anderen, der Ruf danach, alle Beschränkungen zum Gesundheitsschutz so schnell wie möglich wieder auf zu heben, weil alles so sein soll, wie vorher. Bitte keine Einschränkungen, das Leben ist kurz.
 
Wo die Angst vor dem Tod Menschen reitet, ob nun in der Panik oder dem Schrei nach mehr an Leben und das, wenn es irgend geht, jetzt sofort, hat die Vernunft wenig Chancen und damit das Leben letztlich auch nicht.
 
Wieviel anders könnte ein Leben sein, dass aus dem getrosten Vertrauen aus Gottes Zusage „Deine Toten werden leben!“ (Jesaja 26, 19) schöpfen kann. Nicht mehr der Tod hat dann das Sagen, sei es nun in der Panik angesichts der Bedrohung oder auch dem Drängen nach soviel an vermeintlichen Leben wie nur irgend möglich. Sondern stattdessen die Zuversicht auf ein unverlierbares Leben, das doch längst bereit liegt. Denn Gottes Zusage ist doch: „Deine Toten werden leben!“
 
Christen vertrauen darauf: Die Verwirklichung dieser Zusage Gottes hat in der Auferstehung von Jesus Christus bereits begonnen. Wo dieses Vertrauen auf ein von Gott gewirktes, noch im Tod neu geschenktes Leben wächst, verliert der Tod schon jetzt seine Macht über uns, werden wir innerlich frei von ihm. Ja, wird unsere Vernunft erst frei nach dem zu fragen, was dem Leben denn wirklich dient.
Wo das Vertrauen auf Gott wächst, wo Gottes Geist ist, da ist Freiheit,  Da verliert selbst der Tod seine Macht, da kann man auch über ihn reden, weil er ein zwar oft schmerzlicher  Schritt ist, aber einer der ins Leben führt,  bei Gott.
 
Immer aufs Neue solch getroste Zuversicht – gerade in diesen Zeiten - wünscht sich und Ihnen
 
Ihr Pastor 
 
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Monatsspruch Juli 2020

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.
(1. Kön 19, 7 )
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