3-Minuten-Kirche am 20. Mai 2020
 
 
Am Kühlschrank hängen Konzertkarten. Die meisten der Konzerte wurden mittlerweile entweder verschoben oder abgesagt. Schade, ich hatte mich auf die Veranstaltungen gefreut. Manche Karte habe ich geschenkt bekommen, andere waren hart erkämpft. Jetzt ziehen die Termine vorüber und ich bleibe zuhause. Schade.
Aber gleichzeitig erinnere ich mich daran, wie sehr ich immer damit gehadert habe, dass mein Kalender schon bis weit in das Jahr 2021 Termine enthält.
Wie vermessen! Als könnte ich vorhersagen, was dann sein würde, wie es mir ginge und wo ich wäre. Mir wird gerade jetzt noch einmal sehr deutlich, wie wenig ich beeinflussen kann, wie sehr mein Leben von Faktoren abhängt, die mir nicht bewusst sind.
Von einem Virus, zum Beispiel.
 
Aber auch von Bienen. Wussten Sie, dass 75% unserer Nahrungsmittelpflanzen von der Bestäubung durch Bienen abhängig sind? Selbst für medizinische Zwecke werden über 50.000 bienenbestäubte Pflanzenarten genutzt. Aber auch in Sachen Technik und Informatik ist unser Leben von den Bienen beeinflusst. Die Wabenbauweise ist aus Flug- und Fahrzeugbau nicht wegzudenken. Die effiziente Sammelweise der Arbeiterinnen eines Bienenvolks ist Vorbild für Logistikprozesse, Computerprogramme und soziale Netzwerke.
 
Heute ist Weltbienentag. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag ins Leben gerufen, um an die Bedeutung der Biene für das Leben der Menschen zu erinnern. Derzeit stehen ca. 300 von 560 Wildbienenarten auf der roten Liste.
Das können wir beeinflussen! Verschaffen wir den Bienen wieder mehr Lebensraum und Nahrung. Wildblumenwiesen, Balkonkästen mit Kräutern oder auch kleine Trockenmauern sind nicht nur nützlich, sie sehen auch schön aus. Verzichten wir außerdem auf den Einsatz von Pflanzen- oder Insektengiften.
Sorgen wir dafür, dass die Biene weiterhin unser Leben zum Besseren gestaltet. „Denn die Biene ist klein unter allem, was Flügel hat, und bringt doch die allersüßeste Frucht.“ (Jesus Sirach 11, 3)
 
Ausgebremst von einem unsichtbaren Virus sitze ich nun zuhause – statt bei Konzerten – beobachte das Leben im Garten und lerne Demut.
Bleiben Sie behütet! Ihre Diakonin 
 
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